Freitag, 30. April 2010

Sapporo

Meinen dritten freien Tag verbrachte ich mit Jamie, Takashi und den Kindern in Sapporo.
Es war naemlich auch Natsumis freier Tag und so brachen wir gegen halb neun Morgens in dem fuer sechs Personen viel zu kleinem Auto auf.
Mit den Kindern auf dem Schoss fuhren wir zunaechst allerdings bei einem Freund der Familie vorbei um deren groesseren Van zu borgen. (Die Frau dieses Freundes lebte zehn Jahre in der Schweiz. Inzwischen bin ich ja daran gewoeht Japaner Deutsch sprechen zu hoeren, da ich zum Glueck ein paar gute Japanische Freunde in Deutschland habe, aber einen Japaner Schweizerdeutsch sprechen zu hoeren, klang wirklich drollig. Dennoch freuten sich meine Ohren ueber diese paar Brocken Heimat)

In dem Van hatte nun jeder einen Platz fuer sich und so wurde die zweieinhalbstuendige Fahrt sehr kurzweilig. Ich versuchte mir die Strecke einzupraegen, die ich eine Woche spaeter mit dem Fahrrad zuruecklegen wuerde muessen.
(An ein paar Stellen ist es ziemlich huegelig, aber ich werde Rast in der Naehe eines Onsenhotels machen, wo man den Onsen separat nutzen darf. (Empfehlung von Natsumi. Heute werde ich auch eine Nacht im Zelt verbringen, um sie zu beruhigen, dass ich am naechsten Morgen lebendig daraus hervorzukrabbeln vermag)

In Sapporo angekommen besuchten wir gemeinsam einen Japanischen Flohmarkt. Im Gegensatz zu den Deutschen, die ich kenne, war dieser jedoch komfortabel in einer riesigen Halle untergebracht und alles blieb trocken, waehrend draussen wechselmuetiges Wetter herrschte.
Leider fand ich nichts Brauchbares, obwohl viele Sachen zum Kaufen verleiteten. Japaner verkaufen zwar auch den gleichen Kruscht wie die Deutschen, allerdings sind deren Sachen im Vergleich zu den unseren in tadellosem Zustand.

Nach dem Flohmarkt und einem kurzen Abstecher zu Takashis Eltern trennten sich unsere Wege am grossen Schrein von Sapporo. Jamie und ich wollten ein bisschen Zeit fuer uns und die anderen wuerden solange ein paar Freunde besuchen fahren.
Sapporo gefiel mir auf den ersten Blick sehr. Nicht unbedingt, weil es sonderlich huebsch ist, aber es gibt doch die eine oder andere nette Ecke und die Stadt ist nicht so ueberlaufen. Man muss sich nicht nach jedem zweiten Schritt entschuldigen, weil man staendig kollidiert und man fuehlt sich auch nicht so auffalled als Europaeer. Die Leute beachteten uns kaum, was ich sehr angenehm fand.
Wir besichtigten einige der Sehenswuerdigkeiten, von denen ich den Fernsehturm am liebsten mochte. Man hat eine tolle Aussicht und erst von oben wird einem bewusst, dass die ganze Stadt kesselfoermig von Bergen umgeben ist. Wunderschoenen Bergen um genau zu sein! Allerdings wurde mir auch bewusst, dass es eine sehr grosse Stadt ist...






















Auf jeden Fall freue ich mich schon darauf, eine ganze Woche dort verbringen zu koennen. Dann werde ich mir endlich ein paar Taschenbuecher kaufen und ein paar neue Socken. :) (Natsumi hat mir mit ihrer Englischen Literatur sehr geholfen und ich habe mich bisher begeistert durch Treasure Planet, The old man an the sea und Prince Caspian gelesen. Buecher sind etwas, das mir zu Beginn wirklich sehr gefehlt hat)

Den naechsten Post schaffe ich wahrscheinlich erst aus Sapporo, weil morgen mein letzter Tag hier ist. Ich bin schon sehr gespannt!

Mata ne
Kira

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