Mittwoch, 26. Mai 2010

Radtour nach Rishiri: 2. u. 3. Tag 11./12.05.10

Ich fruehstueckte, als ich mich den Abhang wieder hinaufgekaempft hatte (wobei ich mir etliche Kratzer zuzog) am Strassenrand. Hierfuer besass ich noch immer eines von drei hartgekochten Eiern, die ich mir bei Claus zubereitet hatte und wie immer Aepfel, Bananen und ein paar Nuesse.



















Der Tag verlief eher unspektakulaer, aber ich legte einige Kilometer zurueck. An der Kueste kommt man sehr schnell voran und als ich mein Zelt an einer Raststaette aufschlug, stand bereits "Wakkanai: 189 Kilometer" an den Autobahnschildern.
Mein fuer heute auserkorener Schlafplatz bestand aus einer Art Aussichtsplattform aus Holzbohlen und da ich keinen besseren Ort innerhalb der Stadt finden konnte und mir der Leuchtturm in der Naehe, sowie die abendliche Hafenstimmung so gefiel, wartete ich bis zum Einbruch der Dunkelheit, bevor ich das Zelt aufbaute. Es war eine sehr friedliche Nacht, begleitet vom Glucksen der Wellen unter mir und den hin und wieder kreischenden Moewen.
Gegen Mitte der Nacht fing es an zu regnen und das steigerte das Wohlbefinden, im trockenen warmen Schlafsack zu liegen gleich noch einmal.

Wach wurde ich so richtig, als ich Maennerstimmen vernahm, die klangen, als kaemen sie ganz aus der Naehe. So packte ich alles zusammen, was diesmal ein wenig muehsamer war als sonst, denn ich musste es wegen dem stetig fallenden Regen innerhalb des Zeltes erledigen. Der Boden meines Nylonheims war feucht, anscheindend hatte er bei seinem Abenteuer im Fluss doch einige Kratzer abbekommen...
Ein wenig gewoehnungsbeduerftig war es, das klatschnasse Zelt in die Huelle zu packen und zu wissen, dass es an diesem Abend wohl auch innen sehr feucht und ungemuetlich sein wuerde.

Der Regen fiel nicht sehr stark, aber bald war ich trotzdem von Kopf bis Fuss nass. Meine Bemuehungen, ihn stoisch ueber mich ergehen zu lassen scheiterten nach ein paar Stunden Fahrt, als ich fuehlte, dass aus meinen Schuhen Schwimmbecken geworden waren und meine Fuesse (trotz der Plastiktueten, in die ich sie gesteckt hatte) ebenfalls nass wurden.
Auf einmal war es auch sehr kalt geworden, denn es hatte begonnen ein heftiger Wind zu wehen, der mich auch in den kommenden Tagen nicht mehr verlassen sollte.
Zumal duschten mich die Laster nun jedes Mal von oben bis unten ab, wenn sie an mir vorbeifuhren.

Nein, das machte keinen Spass mehr!

Ich beschloss, die Nacht irgendwo im Trockenen zu verbringen und auch meine Sachen zu flicken. Es war gerade mal halb acht am Morgen und die ersten Conviniencestores ;effneten. Da ich immerhin auch schon um die 15 Kilometer hinter mir hatte, plagte mich kein schlechtes Gewissen, als ich im naechsten Lawson nach einer Unterkunft fragte.
Nach einigem Hin und Her bekam ich tatsaechlich heraus, dass es keinen Kilometer weiter eine Minshuku (eine Privatunterkunft) gaebe.

Dankbar machte ich mich auf den Weg. Zur Zeit ist noch Vorsaison und deshalb sind so ziemlich alle gewoehnlichen Touristenunterkuenfte wie Campingplaetze oder Strandhotels geschlossen.
Ein paar dieser Enttaeuschungen hatte ich auch schon hinter mir, bis ich diese frohe Botschaft erhielt.



















Die Unterkunft war zwar fuer den Preis von 3.000 Yen sehr spartanisch und die Zimmer etwas heruntergekommen, aber die Hauseigentuemerin war dafuer umso herzlicher, nahm mich und mein Rad unter ihre Fittiche, beheizte mein Zimmer, bereitete Abends ein heisses Bad und war wirklich lieb.
Mittags machte ich noch einen Spaziergang und besichtigte den Ort. Es gab sogar eine Post und ein Heimatmuseum, das allerdings geschlossen hatte. Danach zog ich mich auf mein Zimmer zurueck, schrieb Karten und mein Tagebuch und verbrachte eine sehr angenehme, trockene und warme Nacht.

... to be continued

Mata ne
Kira

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