Donnerstag, 10. Juni 2010

Urlaub auf Rishiri: 15. bis 16.05.10

Um fuenf kam ein Mann, der das Gebaeude aufschloss und mich einliess. Gluecklich betrat ich die warme Wartehalle. Es dauerte allerdings noch eine halbe Stunde, bis die Schalter oeffneten und ich fuer mich und mein Rad einen Fahrschein kaufen konnte.
Dann schob ich mein Eselchen in den Bauch der Faehre, wo es mit einem Seil an einigen Metallstangen befestigt wurde und ich begab mich ins obere Geschoss, wo die Passagiere logierten.
Erschoepft liess ich mich auf eine der Polsterbaenke fallen, wo ich erstmal vor mich hindoeste und mich auch nicht die grosse Japanische Touristengruppe nicht zu stoeren vermochte. Ich genoss einfach die Weichheit des Sitzes und die Waerme der Morgensonne, die durchs Fenster auf mein Gesicht schien.
Spaeter schaffte ich es sogar mich aufzuraffen und mit einigen der Japaner zu unterhalten, die gleich Fotos machten (auf denen ich natuerlich, uebernaechtigt wie ich war und noch immer mit Sonnenbrand sehr schlecht abschnitt) und mir einige Tipps fuer meinen Aufenthalt auf der Insel gaben. Zelten auf richtigen Campingplaetzen war wohl tatsaechlich moeglich. Ich freute mich darauf, endlich einmal legal irgendwo zu schlafen und das Zelt am naechsten Morgen nicht gleich wieder abbauen zu muessen, denn ich wollte das ganze Wochenende dort verbringen.


















Die Sonne schien noch immer, als wir Rishiri erreichten und auch der Himmel hatte sich nicht verklaert. Es versprach ein schoener Tag zu werden.Das Meer zu meiner Rechten begab ich mich entlang der Kueste auf den kuerzesten Weg zum empfohlenen Campingplatz. Der kuerzeste Weg entpuppte sich allerdings auch als immerhin 15 Kilometer, die sich durch den Wind mal wieder etwas zogen. (Kein Wunder, wenn man dauernd schieben muss)
Jedoch sollte ich heute Glueck haben. Nach etwa der Haelfte der Strecke hielt neben mir ploetzlich ein grosser Van und der Fahrer erkundigte sich besorgt, ob mit mir alles in Ordnung sei. Ich bejahte und fragte, wie weit es noch bis zu meinem Ziel sei. Dabei hielt ich ihm die Broschuere entgegen und deutete auf den kleinen roten Punkt, der der den Zeltplatz markierte.
"Etwa 20 Minuten per Rad" war die Auskunft. Allerdings AUF dem Rad, was schlichtweg nicht moeglich war... Das schien der Mann auch eben gerade zu denken, denn ehe ich mich versah, hatte er es auch schon gepackt und mitsamt meinen Taschen in den grossen Kofferraum seines Autos gehievt. Dann machte er mir deutlich, ich solle vorne einsteigen, er wuerde mich hinfahren.






Die Fahrt war wirklich ein Genuss! Wir duesten so schnell dahin und ich fuehlte mich wie eine Koenigin. Allein haette ich den Platz vielleicht auch gar nicht gefunden, denn der Weg war nur auf Japanisch beschriftet und dei bebilderten Schilder ungenau. Wie sich herausstellte, war mein Sankt Martin mit dem Besitzer dieses Platzes befreundet und half mir noch alles Erforderliche zu klaeren, bevor er sich verabschiedete.
Ich durfte mein Zelt fuer unschlagbar guenstige 300 Yen pro Nacht auf einer, offensichtlich muehsam vom Bambus freigehaltenen saftigen Wiese aufschlagen. Ausser dem meinem stand noch ein weiteres, froschgruenes Zelt dort, dessen Eigentuemer ich allerdings nicht sehen konnte.



















Ich wollte eigentlich Natsumi anrufen, um zu klaeren, ob ich in einigen Tagen wieder zurueckkommen duerfe, aber der Apparat im "Office" (ein kleiner Vorraum in einer noch kleineren Huette) war defekt und auch ein Gang durch den Ort war erfolglos.
Als ich zu meinem Zelt zurueckkehrte, war mein Nachbar inzwischen auch anwesend und sass Kaffee trinkend und Zeitung lesend vor einem kleinen Unterstand, an dem es fliessend Wasser und einige Grillbecken gab.
Ich fragte ihn nach einem oeffentlichen Telefon (endlich konnte ich mal wieder "mein Japanisch" anwenden, da er kein Englisch sprach) und er hielt mir sofort sein Handy entgegen, mit der Begruendung, innerhalb Japans wuerden ihn Gespraeche eh nichts kosten. Das war doch mal nett. :)
So konnte ich mit Natsumi doch noch vereinbaren, dass ich in drei Tagen per Bahn, Bus und mit einem kurzen Aufenthalt bei Claus zurueckkommen wuerde. Dies stellte zum Glueck auch kein Problem dar...

Anschliessend unterhielt ich mich mit meinem hilfsbereiten Nachbarn, Miyazaki-san, der Rentner war und hier auf Rishiri fischte und Blumen pflueckte. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und am Abend dieses Tages, den ich doesend, lesend, strickend und nichtstuend verbrachte, lud er mich sogar in einen herrlichen Onsen, mit heissen Schlammbecken innen und aussen, und danach sogar noch zum Essen ein. Schon Mittags hatte er mich nach meinem Lieblingsessen gefragt, ob ich Meeresfruechte und Krabben moege... Und da hatte ich ihm dummerweise erzaehlt, dass eine der Sachen, die ich hier auf Hokkaido unbedingt mal probieren wollte, der Verzehr einer Krabbe sei, da diese Insel dafuer ganz besonders bekannt ist.
Nun, diesen Wunsch bekam ich nun erfuellt, denn ohne weitere Worte orderte er eine solche, die so gross wie ein Frisbee war. Wie mein Vater es fuer mich wohl gemacht haette, praeparierte er mir sorgsam das Fleisch. Bei manchen Teilen (vor allem beim Ausloeffeln der Schale, die er mir aufgedraengt hatte) musste ich mich allerdings ein bisschen zum Essen ueberwinden und ich liess jene aus, die den Eindruck machten, als waere die Krabbe vor ihrem Tod gerne nochmal aufs stille Oertchen gekrebst.
Danach folgten noch Fischbaellchen, gegrillter, selbstgefangener Fisch, Sashimi und Tempura.
Es kostete mich einige Muehe Miyazaki-san und die nette Gastwirtin davon zu ueberzeugen, dass ich wirklich, wirklich satt sei. Dennoch wurde es spaet, bis wir zu unseren Zelten zurueckkehrten. Die Sterne leuchteten hier mit ungekannter Intensitaet und ich fuehlte mich angenehm bettschwer.

Am naechsten Morgen erwachte ich nicht vor halb neun!

Der folgende Tag begann sehr gemuetlich mit Fruehstueck in Gesellschaft von Miyazaki-san und seinen Freunden, darunter ein Vogelbeobachter, der bestimmt schon an die 80 sein musste, in einem Campingwagen in der Naehe hauste und mit seinem weissen Bart und der Brille eher an einen Chinesen erinnerte. Bei dem anderen handelte es sich um einen etwas juengeren Mann, der auf Rishiri ebenfalls Urlaub machte und im Ort wohnte.

Gemaechlich bereitete ich mir mein Muesli zu, diesmal ganz gepflegt an einem Tisch, und unterhielt mich mit dem Aeltesten bei gruenem Tee ueber Voegel. Insbesondere ueber die frechen Kraehen, die es hier in grosser Zahl gibt. Man durfte gar nicht anfangen sie zu fuettern, denn dann riefen sie gleich ihre ganze Verwandschaft, bzw. Freunde herbei und man wurde sie nicht mehr los. Ganz zu schweigen davon, dass diese Tiere sehr furchteinfloessend sein koennen, da sie recht gross sind und dicke, scharfe Schnaebel haben. Eine besondere Kraehengattung hier macht nicht "krah, krah", wie wir es kennen, sonder einen Laut, der an das Japanische Wort fuer "guten Morgen" erinnerte. "Ohaio, ohaio" schallte es deshalb oft zu uns herueber. Was fuer hoefliche Voegel.

Gegen halb elf nahm mich Miyazaki mit auf den Berg. Nun, eigentlich nur ein Stueck weit hinauf, den die Spitze war noch stark zugeschneit und wir kamen nicht weit.
Zunaechst ging es noch auf einem schoenen geteerten Weg leicht bergan. Doch nach und nach verwandelte sich dieser immer mehr in einen Pfad, den hier und da der Bambus zurueckeroberte. So schlugen wir uns durchs Gebuesch und an manchen Stellen haette man eine Machete gut gebrauchen koennen.
Bald war auch der Pfad verschwunden und wir folgten nur noch einer schmalen Spur durchs Dickicht. Der Wald um uns herum war friedlich. Hin und wieder zeigte mir mein Bergfuehrer ein paar Blumen, Baeume oder Kraeuter, erklaerte mir wie sie hiessen und wozu sie gut waren. (Die meissten konnte man essen, bis auf die Baeume) Er schin ganz in seinem Element zu sein.


















Es ging nun steiler bergauf und immer wieder gab es Flecken, wo hartnaeckig der Schnee lag.
Nach einer Weile schien auch Miyazaki nicht mehr zu wissen, wo er langgehen solle und er lotste mich etwas ratlos unter Baumwurzeln hindurch, ueber tueckische Flusslaeufe, die von Schnee verdeckt wurden und kleine steile Haenge hinauf, bei denen wir uns an den jungen Baeumen, die dort wuchsen, hinaufhangeln mussten.
Irgendwann entdeckte Miyazaki-san endlich in der Ferne auf einem Huegel eine Huette, die, wie er meinte, ein Wegweiser zu einer Strasse sein muesse, welche uns wieder hinabfuehren koenne.
Um diese ominoese Huette zu erreichen, mussten wir allerdings wieder ein ganzes Stueck den hart erkaempften Aufstieg zurueck. Diesmal ueber ein weites Schneefeld, das sicher auch bequemer zum hinaufsteigen gewesen waere. Dann machte uns ein Fluss das Weiterkommen unmoeglich.

Doch scheinbar war mein Pflanzenfreund nicht dieser Meinung und hielt bereits Ausschau nach einer geeigneten Stelle zur Ueberquerung.
"Nicht schon wieder" dachte ich nur, aber Zeit zum Protestieren blieb mir gar nicht, denn Miyazaki war bereits ueber die Steine ans andere Ufer gesprungen und wartete dort auf mich.
Obwohl diese Steine klein, glitschig und wackelig waren, schaffte es sogar auch ich trocken auf die andere Seite.
Dort stand uns allerdings schon die naechste Huerde gegenueber. Ein Steilhang, der, zumindest in Sichtweite, den kompletten Fluss entlanglief und gut fuenf Meter hoch war. Ich hatte diese Schwierigkeit gerade erst realisiert, da war mein Begleiter auch schon zur Haelfte oben. Zum Glueck wuchsen auch hier viele junge Baeume oder es hingen Aeste von groesseren herab, so dass wir uns mit etwas Muehe hinaufziehen konnten. Fuer den letzten Teil reichte mir der erstaunlich gelenkige Rentner sogar noch seine Hand. (Allerdings geht man in Japan schon mit 60 Jahren in Rente)
Alleine waere ich niemals auf die Idee gekommen, so etwas zu versuchen!

Bald darauf stiessen wir auch schon auf die Strasse, um deren zweifelhafte Existenz ich die ganze Zeit gebangt hatte, und sie brachte uns in weniger als einer Stunde in den Ort zurueck.
Am Zeltplatz angekommen wurde ich erstmal mit einem Kaffee verwoehnt und wir unterhielten uns ueber meine weiteren Plaene. (Das klingt einfacher, als es war, denn er sprach nur Japanisch und wie vorzueglich meine Sprachkenntnisse sind, brauch ich niemandem vorzugaukeln) Jedoch bekam ich heraus, dass es wohl einen Bus von Wakkanai nach Sapporo gab, der weitaus billiger als die Bahn, dafuer ein bisschen langsamer war. Ein Busterminal, an dem ich eine Fahrkarte kaufen konnte, gab es wohl im Oertchen gleich um die Ecke. Allerdings riet mir Miyazaki-san mich zu beeilen, denn heute sei Sonntag und da wuerde das Terminal frueher schliessen. (Es war schon halb fuenf!) Die spinnen, die Japaner...
Aber in diesem Fall sollte mir ihre Arbeitswut recht sein.

Wir verabredeten, uns um sechs Uhr wieder am Campingplatz zu treffen, um nochmal gemeinsam in den Onsen zu gehen und machten uns anschliessend in verschiedenen Richtungen auf den Weg. Ich in den kleinen Ort, er fuer eine weitere Hikingtour ins Gebuesch.

Das Terminal zu finden und das Ticket zu kaufen war nicht weiter kompliziert, ich wurde beinahe in einer Saenfte dorthin getragen... Eine junge Japanerin, die ich gefragt hatte, geleitete mich, sich alle paar Schritte verbeugend, stetig laechelnd und mit der Hand die Richtung weisend dorthin.
Die Fahrkarte kostete knapp 6.000 Yen, was fuer Japanische Verhaeltnisse sehr guenstig ist.
Allerdings war mit diesem Luxus nun meine Reisekasse fuer Rishiri erschoepft. Mir blieben gerade noch die noetigen 3.190 Yen in bar, um wieder mit der Faehre ueberzusetzen.

Daher musste ich Miyazaki-san leider mitteilen, er muesse alleine in den Onsen gehen, da ich keine 500 Yen fuer den Eintritt mehr habe.
Er stand schon mit gepacktem Beutel vor meinem Zelt und winkte nur ungeduldig. Das sei schon in Ordnung (daijoube, daijoube) und lenkte seine Schritte bereits gen Strasse.
So wurde ich ein zweites Mal eingeladen und als ich sauber und erhitzt in den Ruheraum kam, wo er auf mich wartete, kaufte er mir auch noch ein Softeis mit Mango-Geschmack!

Und damit nicht genug...

Den Weg zurueck eilte er voraus, blieb dann vor einem typisch Japanischen Restaurant stehen und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn er dort hineinginge, da er Hunger habe. Natuerlich koenne er gerne gehen, sagte ich. Ich faende auch alleine zurueck, bedankte mich nochmal fuer den netten Abend und winkte ihm schon halb zum Abschied.
Da schuettelte er jedoch sehr energisch den Kopf und winkte auch mich hinein.
So bekam ich an diesem Abend auch noch ein weiteres Essen spendiert... (Diesmal eine grosse Platte Sushi)
Ich war ziemlich beschaemt und wusste gar nicht, wie ich ihm die ganze Freundlichkeit je zurueckgeben koenne...
Er schien jedoch gar nichts von mir zu erwarten und lachte nur, als ich mich immer wieder bedankte.

Auch dieser Abend wurde wieder spaet, da wir noch einen Abstecher in das nette kleine Lokal vom Vortag machten und seine Freundin, die Gastwirtin besuchten. So musste ich mir, als ich auf meine Luftmatratze fiel, zum ersten mal den Wecker stellen, um am naechsten Morgen ja nicht zu verschlafen. (Mein Busticket galt nur fuer einen bestimmten Bus und um diesen zu erwischen, musste ich die erste Faehre um 8:30 Uhr nehmen.) Ausserdem hatte ich einiges zu packen, denn leider neige ich dazu, mich sehr auszubreiten, sobald ich etwas laenger an einem Ort hauste und dann galt es auch noch, die 15 Kilometer zu Hafen zurueckzulegen...

Ich haette mir jedoch gar keine Gedanken machen muessen, denn ich wachte schon vor meinem Wecker, um vier Uhr auf, was sich spaeter als Glueck herausstellen sollte.
Die Tatsache, dass es regnete, liess mich nicht gerade freudig aus dem Zelt huepfen, aber nach einigen Anlaeufen schaffte ich es, meine Nase herauszustrecken um die wahre Situation abzuschaetzen. Es nieselte zwar etwas, jedoch konnte ich diesmal mein Fahrrad im Schutz des Unterstandes beladen.

Erst als ich fertig war, bermerkte ich, dass mein Eselchen mal wieder einen platten Hinterfuss hatte...

Ueber fehlende Routine im Reifenwechseln konnte ich mich bisher wirklich nicht beklagen. Innerhalb weniger Minuten war der Reifen ausgebaut und ich kontrollierte den Schlauch. Doch auch mithilfe eines Eimers voll Wasser, den mir Miyzaki-san fuersorglich bereitgestellt hatte, konnte ich kein Loch finden. Er schien komplett in Ordnung zu sein. Komisch.
Ich weiss zwar nicht, wozu er sie brauchte, denn weder im Angelsport, noch zum Blumen pressen benoetigt man meiner Kenntnis nach eine Luftpumpe, aber ich war natuerlich froh, dass er eine besass und gemeinsam machten wir mein Eselchen wieder flott.

Eigentlich hatte ich vor, so bald als moeglich aufzubrechen, da wieder starker Wind wehte (Merkwuerdigerweise immer aus der falschen Richtung) und ich die Faehre nicht verpassen wollte. Jedoch hatte Miyazaki-san, waehrend ich noch mit dem Wiederbeladen meines drahtigen Freundes beschaeftigt war, ein kleines Fruehstueck mit Eiern, Brot, selbstgemachter Marmelade und Kaffee gezaubert und schien nicht gewillt, mich nuechternen Magens gehen zu lassen. Viel Ueberredungskunst war hierzu auch nicht noetig, denn der Kaffee duftete wirklich zu gut...

Natuerlich erreichte ich das Schiff trotzdem noch rechtzeitig.

Als ich allerdings in Wakkanai mein Rad abholte, das netterweise fuer mich von Bord geschoben worden war, fand ich es mit plattem Hinterrad vor. Gluecklicherweise blieb mir noch etwas Zeit, bis mein Bus fahren wuerde. Das wuerde wohl reichen um wenigstens eine neue Luftpumpe kaufen zu koennen.
Leider gab es in der Naehe des Hafens kein Fahrradgeschaeft, nur einen Motorradladen, aber da dieser auch ein paar Fahrraeder anbot, betrat ich trozdem die grosse Werkstatt um mich nach dem Benoetigtem zu erkundigen. Luftpumpen hatten sie tatsaechlich. Allerdigs standen diese nicht zum Verkauf. Sie waeren ohnehin viel zu gross gewesen, da es sich um die Sorte handelte, die man normalerweise zum Aufblasen grosser haesslicher Schwimmtiere mit Glubschaugen in den scheusslichsten Farbkombinationen benutzte.
Doch immerhin durfte ich den Reifen (diesmal unter wahrhaft professionellen Umstaenden, mit richtigem Wasserbecken) in deren Werkstatt flicken und eine der Pumpen zum Fuellen des Reifens ausleihen.

Auf dem Rueckweg goennte ich mir noch einen Milchkaffee und eine Apfeltasche aus einem Conbini und setzte mich mit diesem verfruehten Mittagessen vor den Eingang des Faherenterminals um auf meinen Bus zu warten.

Die Busfahrt war seltsam.
Zumal wir die gleiche Strecke zurueckfuhren, die ich mit dem Rad bewaeltigt hatte. Mir war, als wuerde alles Revue passieren, als haette jemand aus Versehen die Taste zum Zurueckspulen einer Kassette gedrueckt. Es regnete, was einerseits den Gemuetlichkeitsfaktor in einem warmen, trockenen Bus zu sitzen erhoehte, andererseits die Orte nun alle sehr ungemuetlich aussehen liess, die ich waehrend meiner Tour teils im Sonnenschein erlebt hatte.
So wollte ich sie nicht in Erinnerung behalten, also nutzte ich die Zeit um mein Tagebuch zu schreiben...

In Sapporo angekommen, verbrachte ich zwei Tage bei Claus, waehrend dieser ich mit Erschrecken feststellte, dass der Ueberzugsrahmen meiner Kreditkarte mir 500 Euro sein Maximum erricht hatte und ich daher kein weiteres Geld abheben konnte, was auch die Problematik in Wakkanai erklaerte. Es gelang uns jedoch, mich wieder fluessig zu bekommen, bevor ich den Bus nach Kimobetsu nehmen musste.

Es ist allerdings ein ziemlich mieses Gefuehl, wenn einen alle Automaten als "invalid" bezeichnen. Fast so, als waehre man ohne Guthaben auf dem Konto kein Mensch mehr und eigentlich nicht berechtigt, sich in der Stadt zu bewegen. Fast wie ein Ausgestossener...

Mata ne
Kira

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