Meine grosse Schwester hat mich vor einiger Zeit gebeten, irgendwann einmal genauer darueber zu schreiben, wie ich an verschiedenen Orten so naechtige, bzw. mich dort so einrichte.
Inzwischen befinde ich mich auch schon fast ein halbes Jahr auf Japanischem Boden, habe schon Etliches ausprobiert und denke, dass ich dieser Thematik nun einen eigenen Post widmen kann.
Ich fange wohl am Besten damit an, wo ich bisher die meissten Naechte verbracht habe...
Inzwischen befinde ich mich auch schon fast ein halbes Jahr auf Japanischem Boden, habe schon Etliches ausprobiert und denke, dass ich dieser Thematik nun einen eigenen Post widmen kann.
Ich fange wohl am Besten damit an, wo ich bisher die meissten Naechte verbracht habe...
Gastfamilie:
Die Zimmer, die ich bei derzeit drei verschiedenen Familien hatte, waren sehr unterschiedlich!
In Otaki bekam ich gar kein Zimmer, sondern eine eigene kleine Holzhuette, die allerdings nur notduerftig eingerichtet war und eher den Eindruck machte, als stuenden dort jene Sachen, die man bei mir zuhause wohl eher in den Keller oder auf die Dachspitze verbannt haette. Doch das stoerte mich eigentlich weniger. Mir machte in der Winterzeit eher zu schaffen, dass ich Abends in einen eiskalten Raum kam, weil er mit Holz beheizt wurde, ich aber den ganzen Tag zum Arbeiten draussen oder im Haupthaus verbrachte. Auch in meiner einstuendigen Pause wurde es erst ertraeglich warm, wenn sie schon fast wieder vorbei war, obwohl ich mich immer unter meinen Futon verkroch. (Die Huette hatte ein sehr hohes Dach, wohin meine ganze ersehnte Waerme entwich) Strom fuer Lampe bekam ich nur durch ein Verlaengerungskabel, das ich Abends beim Haupthaus einstoepselte, den Tag ueber aber weggeraeumt werden musste, damit es nicht stoerte. Natuerlich vergass ich das Einstoepseln hin und wieder, machte mich mit meiner kleinen Lampe auf den Weg durch den Wald und merkte meine Schusseligkeit erst, als ich versuchte das Licht anzuknipsen. In den meissten Faellen hatte ich dann keine Lust mehr, nochmal zurueckzugehen...
In Mukawa dagegen bewohnte ich ein kleines Zimmer mit Teppichboden innerhalb des Haupthauses. Es aehnelte nur in seiner Eigenschaft als Rumpelkammer der Unterkunft in Otaki, war aber sonst ganz gemuetlich. Zumindest haette ich im Winter nicht gefroren. Waehrend die Holzhuette jedoch unbestritten mein Refugium war, kamen hier staendig die Kinder herein, stoeberten in meinen Sachen, kletterten ueber meine Matratze durchs Fenster aufs Dach und machten noch andere Dinge, die in der Mittagspause, wenn man gerne schlafen wollte, etwas stoerend waren. Anweisungen wurden einfach ignoriert. Deshalb breitete ich mich mit meinen persoenlichen Habseligkeiten auch gar nicht erst aus. Hier blieb ich ja auch nur zwei Wochen.
Bei allen Familien bekam ich bisher den traditionellen Futon zum Schlafen.
Zelten (Campingplatz):
Mein Zelt an sich ist ja sehr klein - gross eingerichtet habe ich mich deshalb nie, alle Sachen lieber in den Taschen gelassen und diese rechts und links von meiner Matratze als kleine Schutzmauer drapiert. Auch fuer den Fall, dass es regnen sollte, was es nicht klug, etwas ausserhalb der wasserdichten Packtaschen aufzubewahren.
An meinem Zelt mag ich, dass es fast nichts wiegt und schnell aufzubauen ist. Ausserdem trocknet es gut, wenn es mal nass wird.
Appartements:
Claus Wohnung war etwas groesser und hatte ausser dem verbreiterten Kuechenflur noch ein, durch Schiebetuer verschliessbares Tatamizimmer. So hatte ich sogar die Wahl zwischen Luftmatratze auf Tatami oder westlichem Bett im Flur. Beides war sehr gemuetlich. 
Hotel:
das meisste Geld habe ich mit Abstand fuer Hotels ausgegeben. Deshalb erlaubte ich mir diesen Luxus bisher auch nur zwei Mal - fuer die Nacht meiner Ankunft mit dem Flugzeug in Chitose und in Matsumoto, wo es schlicht und einfach nichts Anderes gab! (und ich bin inzwischen gut im Finden der guenstigsten Unterkunft in einer fremden Stadt...)
Natuerlich rechtfertigte sich der Preis in beiden Faellen durch eigene Dusche und WC, Kosmetikartikel, westliches Bett und Fernseher (wer es noetig hat).
Da ich all das aber eigentlich nicht brauche und auch mit weniger luxurioesen Unterkuenften sehr zufrieden bin, vermeide ich es wenn moeglich. Auch die fehlende Gesellschaft ist eher ein Minuspunkt. Zu viel Privatsphaere ist hinderlich, um neue Bekanntschaften zu machen.
Ryokan:
Ich habe in Niigata meine Ryokan-Erfahrung gemacht und war positiv ueberrascht, wie huebsch die Zimmer sind. Sie haben nichts vom sterilen Charakter der meisten Hotelzimmer und man fuehlt sich gleich wohl. So verbrachte ich auch gerne mehr Zeit innerhalb dieser vier Waende und war nicht nur zum Schlafen dort.
Ich bekam umsonst gruenen Tee, (natuerlich) einen Futon und erhielt einen Yukata (eine Art Japanischer Morgenmantel fuer alle Tages- und Nachtzeiten)
Viele Moeglichkeiten mich einzurichten, gab es aus Ermangelung von Schraenken allerdings nicht. Deshalb liess ich alles in den Taschen, die ich vorsichtshalber auf Zeitungspapier abgestellt hatte.
Ich bekam umsonst gruenen Tee, (natuerlich) einen Futon und erhielt einen Yukata (eine Art Japanischer Morgenmantel fuer alle Tages- und Nachtzeiten)
Viele Moeglichkeiten mich einzurichten, gab es aus Ermangelung von Schraenken allerdings nicht. Deshalb liess ich alles in den Taschen, die ich vorsichtshalber auf Zeitungspapier abgestellt hatte.
Minshuku:
Das Bad teilte ich mir mit den anderen Gaesten und eine Reihe von Waschbecken befand sich im Eingangsbereich.
Dafuer haette ich fuer einen geringen Aufpreis eine warme, selbstgekochte Mahlzeit erhalten.
Bed & Breakfast Hotel:
Essen war nicht beinhaltet und ich teilte mir auch hier das Bad mit den anderen. Mir gefiel auch der grosse Gemeinschaftsraum, in dem fast immer jemand anzutreffen war und der Gelegenheit bot, neue Leute kennen zu lernen und sich zu unterhalten.
Jugendherberge:
Fuer mich liegt sie etwa auf dem gleichen Level, wie ein Bed & Breakfast Hotel, aber mir hat Letzteres trotzdem von der Atmosphaere besser gefallen. Die Herbergen waren manchmal etwas heruntergekommen oder schlecht zu erreichen. Doch je schlechter die Herberge, desto freundlicher das Personal. Jedenfalls habe ich das so empfunden.
Doch man muss ihnen auch zugute halten, dass sie viele Prospekte ueber Sehenswuerdigkeiten oder schoene Landschaften in der Naehe bereithalten. (Kann man allerdings auch am Bahnhof finden oder in Postaemtern erfragen)
In den Jugendherbergen hat man einen eigenen Spint im Zimmer, den man auch abschliessen kann. So musste ich mich nicht um mein Gepaeck sorgen, wenn ich auf Entdeckungstour ging.
Rider House:
Sie sind nicht nur unheimlich preiswert, ich habe auch immer nette und interessante Menschen getroffen und es war stets eine Ueberraschung, was man wohl vorfinden wuerde. Ich habe sie oft auf den ersten Blick gar nicht als Unterkunft realisiert, weil es sich um unscheinbare, verfallen aussehende Haeuschen oder im anderen Fall um einen Eisenbahnwaggon gehandelt hat.
Dennoch waren es meine persoenlichen Favouriten, trotz fehlender oder kaputter Dusche. Ein Kombini war meistens in der Naehe, so konnte ich mich auch mit Essen versorgen.
Internetcafe:
Als ich einmal zwei Fliegen mit einer billigen Klappe schlagen wollte, wich ich auf diese Schlafmoeglichkeit aus. Fuer nicht besonders kuschelig, aber zweckmaessig habe ich sie empfunden. Man kann eine Kabine zu einem Sonderpreis fuer acht Stunden mieten und in dieser Zeit ins Internet gehen oder eben schlafen. Leider sind die Trennwaende nur ein Sichtschutz. Vor Geraeuschen bewahrten sie mich jedoch nicht und daher wachte ich auch auf, als neben mir ein Mann anfing, laut zu schnarchen...
Dafuer darf man sich am Getraenkeautomaten gratis bedienen, manchmal gibt es auch Automaten fuer Ramen oder Maissuppe.
Die Kabine war allerdings ziemlich eng und ich war froh, nicht besonders hoch gewachsen zu sein, ansonsten haette ich mich arg einrollen muessen.
Dafuer darf man sich am Getraenkeautomaten gratis bedienen, manchmal gibt es auch Automaten fuer Ramen oder Maissuppe.
Die Kabine war allerdings ziemlich eng und ich war froh, nicht besonders hoch gewachsen zu sein, ansonsten haette ich mich arg einrollen muessen.
Anderes:
An meine Nacht im Park von Wakkanai denke ich war nicht so gern zurueck, aber sie muss der Vollstaendigkeit halber wohl trotzdem erwaehnt werden...
Von romantischen Naechtigen unter Sternenhimmel konnte jedoch hier keine Rede sein, da es furchtbar kalt war, ich natuerlich kein Lagerfeuer hatte und mein einziger Schutz aus dem besagten Klettergeruest bestand, unter dem ich meinen Schlafsack ausgerollt hatte. Mein Fahrrad liess ich bepackt um im Ernstfall abhauen zu koennen. Fuer ein Foto war es leider zu dunkel und Morgens dachte ich ehrlich gesagt nur daran, moeglichst schnell zu verschwinden... Aber ich werde etwas in dieser Art bestimmt nur im aeussersten Notfall wiederholen (wenn ich Pleite bin oder irgendwo in der Pampa hocken sollte!)
Die Nacht im Schiff war auch nicht von der erholsamen Sorte... Auch deshalb, weil das Licht die ganze Zeit ueber anblieb. So band ich mir eines meiner Tuecher um den Kopf und rollte mich auf meinem Lager an der Wand zusammen. Meine Taschen hatte ich auf meinem Fahrrad gelassen, das im Schiffsrumpf vertaeut war und nur das Noetigste in den Gemeinschaftsschlafraum mitgenommen.
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen und es waere interessant fuer mich, was ihr so bevorzugen wuerdet, wenn ihr in meiner Stelle waert. :)
Eine neue Erfahrung werde ich mit Vermerk hier einfuegen.
Mata ne
Kira

Hi Kira,
AntwortenLöschensehr interessanter Artikel!
Ich lese nach wie vor immer mit, obwohl ich in letzter Zeit wenig von mir habe hören lassen.
Hast Du noch genügend Visitenkarten?
Liebe Grüße aus Ludwigsburg
Jochen
Liebe Kira,
AntwortenLöschenich staune immer wieder, wieviel du erlebst - Wahnsinn!!! Also mein Favorit war definitiv die Jugendherberge, auch wenn es bei denen, wo ich war, doch recht schmuddelig war. Aber wie du schon sagtest, je schmuddeliger, desto lieber die Menschen dort. Da stimme ich dir zu. Aber auch im Ryokan hat es mir gut gefallen - bis auf die Kakerlaken, die eines Nachts neben meiner Tatamimatte einen Sprintwettbewerb veranstaltet haben :)
Ich wünsche dir noch eine wunderschöne Zeit und dann sehen wir uns hoffentlich bald wieder.
Liebe Grüße aus München,
Tina