Das ist doch unfassbar!
Da tingelt man mit den alten, porösen Weißwandreifen jeden Tag zur Arbeit - wohlgemerkt über den für Fahrräder lebensgefährlichen, besonders an Montagen von zahllosen studentischen Exzessen gezeichneten Uni-Campus - und bekommt trotzdem nie einen Platten.
Und nun, auf der nur lächerliche fünf km langen Probefahrt mit den neu aufgezogenen Schwalben (während der ich stolz wie Oskar und hoch im Sattel das neue Fahrgefühl genieße) jage ich mir doch tatsächlich eine dicke Glasscherbe durch die angeblich kugelsichere Weste...
Das ist so ironisch, dass es schon wieder lustig ist.
Dass mein Eselchen lahmt, merke ich natürlich erst am nächsten Morgen und halte es erst für einen Scherz. Aber nach vergeblicher Anstrengung den Reifen wieder aufzupumpen, muss ich mir leider früher oder später die lästige Wahrheit eingestehen.
Doch die positive Seite an der Geschichte ist, dass ich nun endlich mal einen Reifen flicken kann. Mein altes Mountainbike war so robust und treu, dass es mich nie in diese Verlegenheit gebracht hat...
Mata ne
Kira
Freitag, 26. Februar 2010
Dienstag, 16. Februar 2010
Step 1: Hokkaido
(Hier müßte eigentlich die unten erwähnte Karte sein, die wird aber momentan überarbeitet und ist deshalb momentan beim Grafiker und nicht hier ;-)
Es hat leider etwas gedauert, weil ich bisher keine Lust hatte, die Route am PC auszuarbeiten, aber hier ist sie. Zumindest Teil 1 meiner Reise... er beschränkt sich daher auf Hokkaido - die nördlichste Insel, auf der ich die ersten Monate (voraussichtlich April bis Juni) verbringen werde.
Da ich das Planen lange im Voraus nicht mag und diese Reise auch keine typische 0815-Liste zum Abhaken wichtiger Touristen-Attraktionen werden, sondern vor allem von zwischenmenschlichen Kontakten und Erlebnissen geprägt sein soll (wenn es nach mir geht), hatte ich einige Schwierigkeiten mein Versprechen zu halten und hier meine ausgewählte Strecke zu veröffentlichen.
[Bei meinem letzten Japan-Besuch habe ich mich immer erst vor Ort erkundigt, was es zu sehen und zu erleben gibt und dann ganz nach meiner persönlichen Stimmung entschieden. So war ich sehr flexibel und fühlte mich nicht von meinen eigenen Plänen unter Druck gesetzt. Allerdings hatte ich damals nur zwei Wochen zur Verfügung und so standen zugegebenermaßen meine wichtigsten Knotenpunkte, aufgrund von gewissen Notwendigkeiten fest.]
Doch nach einer Weile dachte sich ein Teil in mir, es sei wohl doch ganz praktisch zumindest einige Anlaufstationen zu haben, zwischen denen ich mich dann immer noch treiben lassen kann. Ganz planlos wollte auch ich nicht durch eine fremde Insel fahren - wer weiß was mir sonst für landschaftliche Leckerbissen oder gastfreundliche Orte verborgen blieben?
Ich stieß eher zufällig auf einen sehr guten Reiseführer: "The rough guide to Japan"
Er ist zwar auf Englisch geschrieben, aber dafür enthält er eine Menge Insider-Tipps, wie z.B. herrliche Landschaften, urprüngliche Dörfer und eine Fülle an Informationen über sonst nirgends so genau ausgeführte Kleinigkeiten. (Und dabei habe ich inzwischen fast die gesamte Bandbreite an Japan-Reiseführern, die die Stuttgarter Bücherläden zu bieten haben)
Jedenfalls war es mir anhand dieses Werkes möglich, trotz meiner Abneigung eine einigermaßen sinnvolle Route zusammenzustellen, die meine Leser hier hoffentlich zufriedenstellen wird:
Die erste Woche nach meiner Ankunft am 05. April steht bereits durch den (zunächst) einwöchigen Aufenthalt bei meinem ersten Arbeitgeber fest. Ich hoffe jedoch, dass er sich noch ein wenig ausdehnen lässt. Die Familie wirkt sehr nett und ich würde ungern schon nach einer Woche wieder gehen, denke ich. Aber das wird sich erst dort zeigen. Vorerst schreibe ich regelmäßig Briefe, damit sie mich schon etwas kennen lernen können und somit ihre Meinung vielleicht ändern...
Anschließend möchte ich die Insel einmal umrunden. Zu meiner Freude wird ein Freund aus meinem Astronomie-Arbeitskreis Mitte April sein Auslandsjahr in Sapporo beginnen, wo ich ihn natürlich gerne besuchen würde. Aber da der Zeitpunkt und die Umstände noch nicht ganz klar sind, vermerke ich diesen Besuch erstmal mit einem Fragezeichen. Wenn es noch zu früh sein sollte, werde ich ihn vielleicht nach meiner Umrundung heimsuchen - dann hätte ich wenigstens schon etwas zu berichten.
Die Umrundung selbst mache ich vor allem wegen der Einsamkeit und der Natur. Hokkaido ist im Vergleich zu den anderen drei Hauptinseln sehr dünn besiedelt, daher ist es für meinen Einstieg bestens geeignet. Ich werde versuchen, mich während dieser Zeit schonmal etwas an das Alleinsein zu gewöhnen.
Es gibt eine Menge Nationalparks und ich hoffe, viele Tiere sehen zu können. Auch wunderschöne Berge sind in Hülle und Fülle vorhanden und sofern diese nicht mehr zugeschneit sein sollten, werde ich mich jeder Gelegenheit erfreuen, sie zu erklimmen.
Mehr kann ich momentan leider noch nicht über meine Zeit in Hokkaido voraussagen, aber wenn ich erst einmal dort bin, wird es sicherlich noch genug zu erzählen geben...
Mata ne
Kira
Es hat leider etwas gedauert, weil ich bisher keine Lust hatte, die Route am PC auszuarbeiten, aber hier ist sie. Zumindest Teil 1 meiner Reise... er beschränkt sich daher auf Hokkaido - die nördlichste Insel, auf der ich die ersten Monate (voraussichtlich April bis Juni) verbringen werde.
Da ich das Planen lange im Voraus nicht mag und diese Reise auch keine typische 0815-Liste zum Abhaken wichtiger Touristen-Attraktionen werden, sondern vor allem von zwischenmenschlichen Kontakten und Erlebnissen geprägt sein soll (wenn es nach mir geht), hatte ich einige Schwierigkeiten mein Versprechen zu halten und hier meine ausgewählte Strecke zu veröffentlichen.
[Bei meinem letzten Japan-Besuch habe ich mich immer erst vor Ort erkundigt, was es zu sehen und zu erleben gibt und dann ganz nach meiner persönlichen Stimmung entschieden. So war ich sehr flexibel und fühlte mich nicht von meinen eigenen Plänen unter Druck gesetzt. Allerdings hatte ich damals nur zwei Wochen zur Verfügung und so standen zugegebenermaßen meine wichtigsten Knotenpunkte, aufgrund von gewissen Notwendigkeiten fest.]
Doch nach einer Weile dachte sich ein Teil in mir, es sei wohl doch ganz praktisch zumindest einige Anlaufstationen zu haben, zwischen denen ich mich dann immer noch treiben lassen kann. Ganz planlos wollte auch ich nicht durch eine fremde Insel fahren - wer weiß was mir sonst für landschaftliche Leckerbissen oder gastfreundliche Orte verborgen blieben?
Ich stieß eher zufällig auf einen sehr guten Reiseführer: "The rough guide to Japan"
Er ist zwar auf Englisch geschrieben, aber dafür enthält er eine Menge Insider-Tipps, wie z.B. herrliche Landschaften, urprüngliche Dörfer und eine Fülle an Informationen über sonst nirgends so genau ausgeführte Kleinigkeiten. (Und dabei habe ich inzwischen fast die gesamte Bandbreite an Japan-Reiseführern, die die Stuttgarter Bücherläden zu bieten haben)
Jedenfalls war es mir anhand dieses Werkes möglich, trotz meiner Abneigung eine einigermaßen sinnvolle Route zusammenzustellen, die meine Leser hier hoffentlich zufriedenstellen wird:
Die erste Woche nach meiner Ankunft am 05. April steht bereits durch den (zunächst) einwöchigen Aufenthalt bei meinem ersten Arbeitgeber fest. Ich hoffe jedoch, dass er sich noch ein wenig ausdehnen lässt. Die Familie wirkt sehr nett und ich würde ungern schon nach einer Woche wieder gehen, denke ich. Aber das wird sich erst dort zeigen. Vorerst schreibe ich regelmäßig Briefe, damit sie mich schon etwas kennen lernen können und somit ihre Meinung vielleicht ändern...
Anschließend möchte ich die Insel einmal umrunden. Zu meiner Freude wird ein Freund aus meinem Astronomie-Arbeitskreis Mitte April sein Auslandsjahr in Sapporo beginnen, wo ich ihn natürlich gerne besuchen würde. Aber da der Zeitpunkt und die Umstände noch nicht ganz klar sind, vermerke ich diesen Besuch erstmal mit einem Fragezeichen. Wenn es noch zu früh sein sollte, werde ich ihn vielleicht nach meiner Umrundung heimsuchen - dann hätte ich wenigstens schon etwas zu berichten.
Die Umrundung selbst mache ich vor allem wegen der Einsamkeit und der Natur. Hokkaido ist im Vergleich zu den anderen drei Hauptinseln sehr dünn besiedelt, daher ist es für meinen Einstieg bestens geeignet. Ich werde versuchen, mich während dieser Zeit schonmal etwas an das Alleinsein zu gewöhnen.
Es gibt eine Menge Nationalparks und ich hoffe, viele Tiere sehen zu können. Auch wunderschöne Berge sind in Hülle und Fülle vorhanden und sofern diese nicht mehr zugeschneit sein sollten, werde ich mich jeder Gelegenheit erfreuen, sie zu erklimmen.
Mehr kann ich momentan leider noch nicht über meine Zeit in Hokkaido voraussagen, aber wenn ich erst einmal dort bin, wird es sicherlich noch genug zu erzählen geben...
Mata ne
Kira
Donnerstag, 11. Februar 2010
Neulich beim Schmid...
Vor etwa zwei Wochen hat mein Drahteselchen neue Hufeisen bekommen.
Die alten Weißwandreifen waren zwar urig, wiesen allerdings schon etliche Risse auf und trotz ihres nostalgischen Charms traute ich ihnen nicht zu, mich das kommende Jahr hindurch sicher zu tragen.
Nun habe ich nach einer Einführung in die höheren Weihen des Reifenwechselns meinem Schatz zwei schicke schwarze "Schwalbe Marathon" verpasst. (Mit Reflektionsband)
Außerdem war meine Tante so lieb, sich für mich um einen Vorderrad-Gepäckträger zu kümmern, der hoffentlich bald bei mir eintreffen wird. Ich kann es nicht erwarten mein Eselchen weiter aufzurüsten, zu beladen und endlich die erste Runde mit vollem Gepäck zu drehen. Ich bin schon so gespannt, wie es die 25 zusätzlichen Kilos verkraftet... bzw. wie es sich damit fährt. In meiner Vorstellung wird das zu Anfang bestimmt ein Eierlauf und mir bleibt zu hoffen, dass ich nicht von den Hütern des Gesetzes mit Verdacht auf Alkoholgenuss gleich wieder aus dem Verkehr gezogen werde. Ein kleiner Trost bleibt mir jedoch: Ich besitze wenigstens keinen Führerschein, den sie mir wegnehmen könnten.
Und seit einer Woche habe ich nun auch meinem geliebten breiten Bett den Rücken gekehrt und schlafe auf meiner gemütlichen neuen Luftmatratze in meinem kürzlich erworbenen Schlafsack. Sozusagen um die Wächter meiner zukünftigen Nachtruhe schon einmal zu testen, mich an sie zu ge- und meines Bettes zu entwöhnen.
Vielleicht auch, das muss ich zugeben, um dann ein Stück Zuhause mitnehmen zu können - keine sterilen, neuwertigen Errungenschaften.
Der Schlafsack ist zwar ein wenig zu klein und zu eng, aber nur minimal. Meine klaustrophobischen Anfälle halten sich jedenfalls in Grenzen und es ist bestimmt auch eine Sache der Gewohnheit. Irgendwann werde ich es mir nicht mehr anders vorstellen können... hoffe ich jedenfalls.
Der Verzicht auf ein Kopfkissen erscheint mir da schon schwieriger. Seit Tagen tut mein Nacken weh und ich kann nicht mehr ganz durchschlafen - aber das wird sich mit der Zeit sicher auch legen. Gerade deshalb trainiere ich ja schließlich - damit sich das böse Erwachen vor Ort in Grenzen hält und ich mir sagen kann, dass das nicht nur an der ungewohnten Umgebung liegt. :)
Mata ne
Kira
Die alten Weißwandreifen waren zwar urig, wiesen allerdings schon etliche Risse auf und trotz ihres nostalgischen Charms traute ich ihnen nicht zu, mich das kommende Jahr hindurch sicher zu tragen.
Nun habe ich nach einer Einführung in die höheren Weihen des Reifenwechselns meinem Schatz zwei schicke schwarze "Schwalbe Marathon" verpasst. (Mit Reflektionsband)
Außerdem war meine Tante so lieb, sich für mich um einen Vorderrad-Gepäckträger zu kümmern, der hoffentlich bald bei mir eintreffen wird. Ich kann es nicht erwarten mein Eselchen weiter aufzurüsten, zu beladen und endlich die erste Runde mit vollem Gepäck zu drehen. Ich bin schon so gespannt, wie es die 25 zusätzlichen Kilos verkraftet... bzw. wie es sich damit fährt. In meiner Vorstellung wird das zu Anfang bestimmt ein Eierlauf und mir bleibt zu hoffen, dass ich nicht von den Hütern des Gesetzes mit Verdacht auf Alkoholgenuss gleich wieder aus dem Verkehr gezogen werde. Ein kleiner Trost bleibt mir jedoch: Ich besitze wenigstens keinen Führerschein, den sie mir wegnehmen könnten.
Und seit einer Woche habe ich nun auch meinem geliebten breiten Bett den Rücken gekehrt und schlafe auf meiner gemütlichen neuen Luftmatratze in meinem kürzlich erworbenen Schlafsack. Sozusagen um die Wächter meiner zukünftigen Nachtruhe schon einmal zu testen, mich an sie zu ge- und meines Bettes zu entwöhnen.
Vielleicht auch, das muss ich zugeben, um dann ein Stück Zuhause mitnehmen zu können - keine sterilen, neuwertigen Errungenschaften.
Der Schlafsack ist zwar ein wenig zu klein und zu eng, aber nur minimal. Meine klaustrophobischen Anfälle halten sich jedenfalls in Grenzen und es ist bestimmt auch eine Sache der Gewohnheit. Irgendwann werde ich es mir nicht mehr anders vorstellen können... hoffe ich jedenfalls.
Der Verzicht auf ein Kopfkissen erscheint mir da schon schwieriger. Seit Tagen tut mein Nacken weh und ich kann nicht mehr ganz durchschlafen - aber das wird sich mit der Zeit sicher auch legen. Gerade deshalb trainiere ich ja schließlich - damit sich das böse Erwachen vor Ort in Grenzen hält und ich mir sagen kann, dass das nicht nur an der ungewohnten Umgebung liegt. :)
Mata ne
Kira
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