Samstag, 19. Juni 2010

Special: Das Japanische Essen

Vor einiger Zeit wurde ich von einem meiner treuen Leser gebeten, doch mehr darueber zu schreiben, was ich jeden Tag so esse und trinke...
Nicht nett von mir, dass ich dieses Thema bisher so unter den Tisch habe fallen lassen, wo ich doch immerhin fuer Kost und Logis arbeite.

Aus diesem Grund bekommt es nun einen ganzen Post fuer sich alleine:




















Bei meiner Gastfamilie verwoehnte mich Natsumi tagtaeglich mit ihrem leckeren und abwechslungsreichen Essen, das eher vegetarisch gehalten war. (Wenn es mal Fleisch gab, dann Reh, denn ein Freund von ihnen ist Jaeger und muss dafuer sorgen, dass diese Tiere nicht zu zahlreich werden, denn in den letzten Jahren haben sie sich stark vermehrt.)
Fuer gewoehnlich gab es morgens gegen 8:00 Uhr Fruehstueck (asagohan) bestehend aus Misosuppe oder Fischbruehe mit wechselnder Einlage aus Tofu, frischem wilden Gemuese, Fisch, Moehren, Zwiebeln oder Pilzen aus dem Garten, dazu eine Schale Reis und zwei oder drei Platten mit verschiedenen anderen Beilagen; Pickels aus unterschiedlichen Pflanzen, gebratener Fisch (meistens Flunder), Omlette, Natto, Tempura (frittiertes Gemuese), Salate aus Kohl, Karotten oder Kartoffeln und vieles mehr. Dazu gab es Leitungswasser, am Abend jedoch auch mal selbstgebrautes Bier oder selbstgekelterten Rotwein von Takashi, Sake oder Pflaumenwein. :)























An manchen Tagen backte sie jedoch auch Brot, was im uebrigen toll schmeckt und es leicht mit unserem heimischen aufnehmen kann. (Es laesst sich sogar mit Butter bestreichen, ohne dass es zerbroeselt) Ab und zu gab es auch Pancakes - dicke Pfannkuchen mit Ahornsirup, Marmelade oder Honig. Das waren dann eher die westlicheren Tage, die mein Magen aber stets erfreuten.

Dinge, die wir nicht aufassen, wurden dann zum Mittagessen (hirugohan) gegen 12:00 Uhr erneut angeboten. Dieses gleicht in der Kombination dem Fruehstueck. Es gibt generell nichts, das nur Morgens, Mittags oder Abends gegessen wird, so wie bei uns. Sogar deftigere Gerichte wie Curryreis gab es am Morgen schon.

Zwischen Mittag- und dem Abendessen (yorugohan) um 18:00 Uhr gab es die "Oyatsu", die Snacktime um 15:00 Uhr. Sie war eigentlich nur eine kleine Erfrischung in der Pause und bestand entweder aus ein paar Keksen, Scones oder anderen selbstgebackenen Leckereien von Natsumi. Hatte sie hierzu mal keine Lust oder keine Zeit, reichte sie anstatt dessen ein paar Scheiben Obst (meistens Apfel oder Orange) oder japanische Suessigkeiten. Dazu gab es, wenn ich Glueck hatte, statt Leitungswasser auch mal frische Milch von der Nachbarfarm, Kraeutertee oder Saft.

Mit dem Japanischen Essen an sich habe ich eigentlich keine Probleme. Auch Fisch kann ich morgens essen.
Was ich dagegen gar nicht mag, ist Natto (gegorene Bohnen) und Umeboshi (sauer-salzig eingelegte Pflaumen).

Dabei spielten gerade die Umeboshi in der Japanischen Geschichte eine besondere Rolle, denn sie retteten in ihrer Eigenschaft als einiges Wuerzmittel fuer den sonst sehr geschmacklosen weissen Reis vielen Japanern im 2. Weltkrieg das Leben. Wie Natsumi mir erzaehlte gab es wohl in dieser Zeit nichts anderes, was die Bevoelkerung haette essen koennen und diese eingelegten Pflaumen sind in ihrem Geschmack tatsaechlich so intensiv, dass eine einzige ausreichte, um eine ganze Schale Reis interessanter zu machen.
Passenderweise erinnert die rote runde Pflaume auf dem weissen Reis auch sehr an die Japanische Flagge, was erklaert, warum dieses Gericht so populaer ist.

Was ich esse, wenn ich mit dem Rad auf Tour bin, ist natuerlich weitaus einseitiger und ziemlich langweilig. Obst (vorwiegend Aepfel und Bananen, einfach, weil sie sich lange halten und auf Vorrat gekauft werden koennen), Nuesse (um es ein bisschen gesuender zu machen und dem Koerper Energie zu geben), hin und wieder Fertiggerichte (um mal etwas Warmes in den Bauch zu bekommen) Muesli (wenn ich mir was Besonderes goennen will) und Reisbaellchen... Dazu Leitungswasser (weil kostenlos) oder mal Milch, die vom Muesli uebrig ist.
Ziemlich unspektakulaer.

Bei Claus in Sapporo dagegen sind wir Abends auch mal ins Restaurant gegangen, haben alle Sorten Nudelsuppen gegessen (Rahmen, Soba und aehnliches) oder versucht selber zu kochen (Spaghetti vorzugsweise, einfache Salate, Tempura (was in die Hose ging) oder Fertiggerichte)
Bei ihm habe ich vor allem meine Gelueste nach westlichem Essen befriedigt, zum Fruestueck Muesli, Marmeladenbrote und gekochte Eier gegessen und Kaffee oder Schwarztee mit Milch getrunken. :)

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Post den Leserwunsch zur Genuege erfuellen...
Wenn es mal wieder ein Highlight in Sachen Essen geben sollte, werde ich versuchen, es innerhalb des entsprechenden Textes einzubinden.

Mata ne
Kira

Fruehling in Otaki

Vom 19.05. bis 18.06.10 war ich also wieder bei meiner alten Gastfamilie in Otaki.
Der Schnee war auch hier endlich vollkommen verschwunden und inzwischen sind die Temperaturen fast sommerlich.
Deshalb begann auch die Arbeit auf den Feldern.

Fuer dieses Jahr hat sich Takashi eine Rasenflaeche in der Naehe gemietet, weil er mehr Platz zum Anbau von Bohnen, Kuerbis, Kohl und Karotten braucht und auch wieder Schafe halten moechte. Allerdings wurde dieses Gelaende schon seit fuenf Jahren nicht mehr bepflanzt und es ist dementsprechend verwildert: Viele kniehohe Gewaechse, junge Weiden, Bambus (wer haette das gedacht) und Steine... Viele. Steine.
Denn in frueheren Zeiten der Erdgeschichte verlief der Shiribeshikawa noch genau an dieser Stelle, war wohl auch breiter und hat im Transport von Fels und Kies ganze Arbeit geleistet. So bestand meine Taetigkeit anfangs im Praeperieren der kuenftigen Beete. Hierzu wurden erstmal die kniehohen Pfanzen abgeschoren, danach fuhr Takashi ein paar Mal mit dem Traktor ueber diese Flaeche (begleitet von markerschuetterndem Klappern, das die Steine im Kontakt mit den eisernen Pfluegehaken erzeugen) und ich lief hinter ihm her, raeumte die Brocken, die an die Oberflaeche kamen auf die Seite und riss die jungen Weiden aus, die nun lockerer in der Erde sassen.




Diese Taetigkeit wurde etwas durch die Fliegen erschwert, die es nun durch das waermere und feuchtere Wetter in Huelle und Fuelle gibt. Dabei handelt es scih jedoch nicht um gewoehnliche Moskitos, sondern sehr kleine Tiere, die zwar nicht stechen, aber beissen. Das Resultat ist dennoch fast das Gleiche... Um uns dagegen zu schuetzen trugen wir auch bei hohen Temperaturen stets Overall, Hut mit Moskitonetz (durch das sie dennoch manchmal gelangen) und Handschuhe. Sehr frustrierend, wo es endlich so schoen sonnig ist und man gerne etwas Farbe bekommen haette. Auch der erleichternde Wind kann so nicht an die Haut gelangen und man schwitzt sich halb tot. Manchmal entschied ich mich daher fuer das Uebel der Fliegenbisse.

Waehrend meiner Zeit bei der Gastfamilie lernte ich auch zwei weitere Hilfsarbeiterinnen kennen: May aus Taiwan und Degony aus Amerika leisteten mir im Gaestehaus Gesellschaft. May war zwar fast doppelt so alt wie ich, aber wir freundeten uns dennoch sofort an, weil wir einen aehnlichen Sinn fuer Humor und damit viel Spass hatten. Vor allem waehrend der Arbeit!
An unserem freien Tag, den wir gemeinsam verbrachten, fuhren wir an den Toya-See. Gemeinsam mit einer Kanadierin, Phedora, die hier in Otaki Englisch unterrichtet und die ich daher kannte, weil Natsumi einen Abend pro Woche einen Englisch-Aufbaukurs besucht und mich immer mitnahm.
Der Toya-See ist in sofern interessant, da es sich bei ihm um einen Vulkankrater handelt. Der Vulkan selbst explodierte vor einigen Jahrtausenden und so entstand ein Krater, der sich nach und nach mit Wasser fuellte. In der Mitte erhob sich spaeter ein neuer, kleinerer Vulkan, der nun aber nur noch eine gruen bewachsene Insel ist.
Wir fuhren Schwanen-Tretboot, was sehr lustig war, denn als wir entdeckten, dass man das Boot auch rueckwaerts fahren lassen konnte, machte Phedoras Tochter, die ebenfalls mitgekommen war, die unverkennbaren Piepgeraeusche eines ausparkenden Japanischen Lasters nach.






















Ausser dem Praeparieren der Felder half ich waehrend dieser Zeit bei Jaeten der Gemuesebeete, umsetzen von Zwiebeln, Rhabarber und Erdbeeren, Aufbauen des Gewaechshauses, Pflanzen von Tomaten, Bohnen und Mais, sowie dem Errichten von Elektrozaeunen (einen zum Abwehren von Rehen und einen fuer das Schafgehege) und vieles mehr.




















Ein paar Mal wurde ich auch an Bekannte oder Freunde "ausgeliehen" und half dort beim Scheren der Schafe oder Aussaehen, denn durch den verzoegerten Winter sind alle Bauern nun in Eile. Einmal habe auch auf einem Campingplatz gearbeitet und dort das ganze alte Laub zusammengeharkt. Das hat den ganzen Tag gedauert, aber ich bin sogar bezahlt worden. (Fast 6.000 Yen habe ich bekommen, die ich eigentlich meiner Gastfamilie abtreten wollte, weil ich ja an diesem Tag nicht fuer sie arbeiten konnte, aber sie bestanden darauf, dass ich zumindest die Haelfte des Geldes behielt)

Doch natuerlich musste ich nicht nur arbeiten. Wir hatten auch so viele schoene Abende. An einem hatten Freunde Sommerfeuerwerk mitgebracht, das hier "Hanabi" genannt wird. (Japaner sind in dieser Beziehung ja sowieso viel intelligenter, weil sie Feuerwerk lieber im Sommer machen, wenn es warm ist und nicht zu Neujahr)
Im schwindenden Licht und ersterbenden Gezirpe der Millionen von Zikaden, die es jetzt gibt, entzuendeten wir Wunderkerzen, kleine Raketen und das Senko-Hanabi. Das ist eine Art bunt gestreifter Faden, den man oben haelt, unten entzuendet und in dessen Verlauf sich eine kleine gluehende Kugel bildet, die sich nach oben frisst, dabei Funken sprueht und abfaellt, wenn man den Faden nicht still genug haelt. Dieses Senko-Hanabi wird vor allem am Ende des Sommers entzuendet und loest bei den Japanern eine gewisse Melancholie aus, weil die abfallende Kugel den Uebergang zum Herbst symbolisiert.
Ausserdem durfte ich mal fuer einen ganzen Tag mit Ikkyou in die Schule gehen, was sehr niedlich war, weil er in der zweiten Klasse ist. Am Morgen holte uns der Schulbus ab, wo ich bereits ziemlich angestarrt wurde. Im Klassenzimmer erhielt ich dann meinen eigenen (winzigen) Tisch unter den meine Beine leider nicht passten. Wir hatten Sport, Mathe und Japanisch. Die Kinder waren alle goldig und ihre Lieblingsbeschaeftigung war, sich von mir fangen zu lassen (natuerlich in der Pause), an mir herumzuturnen, mit meinen Haaren zu spielen oder begeistert meine Taschen zu durchwuehlen und deren Inhalt zu studieren. Auch Ikkyou war ganz stolz und fuehrte mich erhobenen Hauptes herum. Ich fuehlte mich so an meine Grundschuljahre erinnert, dass ich die Zeit gerne nochmal zurueckgedreht haette... damals hatte man es schon gut.























An meinem letzten Tag bei meiner Gastfamilie, bevor ich ein allerletztes Mal Claus in Sapporo besuchen und danach zu meiner zweiwoechigen Urlaubstour zum Kushiro Nationalpark aufbrechen wuerde, lernte ich noch einen Imker aus Deutschland kennen, der jedes Jahr nach Otaki kommt, um seine Bienen nach Kagoshima zu bringen, wo er unter anderem auch eine Campingplatz besitzt. Er lud mich ein, auf meiner Durchreise mal vorbeizukommen und gab mir seine Karte.


Vorgestern bin ich dann also nach Sapporo getrampt. Ein nettes Ehepaar nahm mich bis nach Kimobetsu mit, wo zur Not auch der Bus gefahren waere, aber dort musste ich keine 30 Sekunden mit meinem Schild an der Strasse entlanglaufen, bis ein Mann neben mir hielt. Ob es mich stoeren wuerde, einen Umweg ueber Otaru zu machen, wo er etwas einkaufen wolle...
Natuerlich stoerte mich das keineswegs, solange ich das Geld fuer den Bus sparen konnte und sowieso gehoert hatte, in Otaru solle es sehr huebsch sein.
Sogar etwas zu trinken kaufte er mir. Sein Auto war zudem gut klimatisiert, die Musik angenehm (irgendeine Band aus Okinawa) und an jeder Ampel nutzte er die Gelegenheit seinen Wagen zu putzen, der gut roch, obwohl er Zigaretten rauchte.

Den Freitagmittag verbrachte ich dann noch damit eine neue Prepaidkarte, eine Luftpumpe und eine Fahrradtasche zu kaufen, die man braucht, um das Fahrrad vorschriftsgemaess mit Bus und Bahn transportieren zu duerfen. (Ein netter Japaner, der eigentlich seinen freien Tag hatte, aber trotzdem zufaellig im Laden war beriet mich sehr ausfuehrlich.) Mit seiner Hilfe fand ich auch die richtige Pumpe mit dem richtigen Aufsatz fuer mein Ventil. Er liess sich zum Dank sogar auf einen Kaffee einladen. Dabei erfuhr ich, dass er nicht nur hervorragend Englisch, sondern auch etwas Deutsch und Franzoesisch sprach und ehrenamtlich versucht Touristen zu helfen. (Nun, das konnte ich ja bestaetigen) Er gab mir noch seine Emailadresse, falls ich Fragen zur Japanischen Kultur haben sollte, die er mir gerne beantworten wuerde. xD
Den Abend verbrachten Claus und ich Fussball guckend gemuetlich bei ihm daheim.

Gestern bummelten wir einfach nur durch Sapporo. Durch Parks, durch Shoppingmalls und durch Supermaerkte, wo wir uns mit Getraenken fuer den naechsten Fussballabend und Essen eindeckten. Dabei amuesierten wir uns mal wieder koeniglich ueber diverse Dinge in den 100-Yen-Laeden, Englische Uebersetzungen (deren Sinn uns unverstaendlich war) und die Koerpergroessenkomplexe der jungen Japanerinnen, die trotz offensichtlicher Schmerzen ihre Fuesse in Schuhe mit enormen Absaetzen zwaengten.

Naja und heute geht es schon wieder nach Otaki. Meine Gastfamilie ist auch zufaellig in Sapporo, weil sie hier einige ihrer Produkte verkaufen will und wird mich lieberweise mit zuruecknehmen.
Morgen frueh werde ich dann meine sieben Sachen packen und (diesmal ganz gemuetlich) die ca. 400 km zum Nationalpark zuruecklegen, zwischendurch auf richtigen Campingplaetzen naechtigen (die inzwischen alle geoeffnet haben) und dann ein paar Tage in dem, von Kranichen, Rehen und wahrscheinlich vielen, vielen Moskitos bevoelkerten Feuchtgebiet verbringen.
Vom 2. bis 8. Juli muss ich dann wieder arbeiten. Diesmal auf einer Kuhfarm in Mukawa, in der Naehe von Tomakomae. Um dorthin zu gelangen, werde ich mir wohl eine Zugfahrkarte leisten, da es leider keine Buslinie dorthin gibt und die Zeit zu knapp ist, um mit dem Fahrrad zu fahren. (Ausser ich lege es wieder auf 80 Kilometer pro Tag an, aber dann waere der Erholungseffekt gleich Null und die Kuehe muessten ihre Staelle selber ausmisten, weil ich wahrscheinlich tot irgendwo auf der Strecke bleibe)

Ich habe geplant, anschliessend gen Tokyo aufzubrechen. Allerdings habe ich noch keine Highlights, die ich auf dem Weg dorthin erleben moechte. Ein paar Ideen sind da, aber das sieht dann auf meinem Routenplan zu zickzackmaessig aus, als dass es umsetzbar waere. (Immerhin ist da eine grosse Bergkette in der Mitte von Honshu)
Deshalb werde ich das wohl eher auf mich zukommen lassen... Jetzt gehts erstmal nach Osthokkaido. :)
Spaetestens von der Kuhfarm werde ich dann auch wieder schreiben koennen. Aber ich habe ja mein Handy, eine neue Prepaidkarte, wahrscheinlich Empfang und freue mich immer ueber Mails an diese Adresse.

Mata ne
Kira

Donnerstag, 10. Juni 2010

Urlaub auf Rishiri: 15. bis 16.05.10

Um fuenf kam ein Mann, der das Gebaeude aufschloss und mich einliess. Gluecklich betrat ich die warme Wartehalle. Es dauerte allerdings noch eine halbe Stunde, bis die Schalter oeffneten und ich fuer mich und mein Rad einen Fahrschein kaufen konnte.
Dann schob ich mein Eselchen in den Bauch der Faehre, wo es mit einem Seil an einigen Metallstangen befestigt wurde und ich begab mich ins obere Geschoss, wo die Passagiere logierten.
Erschoepft liess ich mich auf eine der Polsterbaenke fallen, wo ich erstmal vor mich hindoeste und mich auch nicht die grosse Japanische Touristengruppe nicht zu stoeren vermochte. Ich genoss einfach die Weichheit des Sitzes und die Waerme der Morgensonne, die durchs Fenster auf mein Gesicht schien.
Spaeter schaffte ich es sogar mich aufzuraffen und mit einigen der Japaner zu unterhalten, die gleich Fotos machten (auf denen ich natuerlich, uebernaechtigt wie ich war und noch immer mit Sonnenbrand sehr schlecht abschnitt) und mir einige Tipps fuer meinen Aufenthalt auf der Insel gaben. Zelten auf richtigen Campingplaetzen war wohl tatsaechlich moeglich. Ich freute mich darauf, endlich einmal legal irgendwo zu schlafen und das Zelt am naechsten Morgen nicht gleich wieder abbauen zu muessen, denn ich wollte das ganze Wochenende dort verbringen.


















Die Sonne schien noch immer, als wir Rishiri erreichten und auch der Himmel hatte sich nicht verklaert. Es versprach ein schoener Tag zu werden.Das Meer zu meiner Rechten begab ich mich entlang der Kueste auf den kuerzesten Weg zum empfohlenen Campingplatz. Der kuerzeste Weg entpuppte sich allerdings auch als immerhin 15 Kilometer, die sich durch den Wind mal wieder etwas zogen. (Kein Wunder, wenn man dauernd schieben muss)
Jedoch sollte ich heute Glueck haben. Nach etwa der Haelfte der Strecke hielt neben mir ploetzlich ein grosser Van und der Fahrer erkundigte sich besorgt, ob mit mir alles in Ordnung sei. Ich bejahte und fragte, wie weit es noch bis zu meinem Ziel sei. Dabei hielt ich ihm die Broschuere entgegen und deutete auf den kleinen roten Punkt, der der den Zeltplatz markierte.
"Etwa 20 Minuten per Rad" war die Auskunft. Allerdings AUF dem Rad, was schlichtweg nicht moeglich war... Das schien der Mann auch eben gerade zu denken, denn ehe ich mich versah, hatte er es auch schon gepackt und mitsamt meinen Taschen in den grossen Kofferraum seines Autos gehievt. Dann machte er mir deutlich, ich solle vorne einsteigen, er wuerde mich hinfahren.






Die Fahrt war wirklich ein Genuss! Wir duesten so schnell dahin und ich fuehlte mich wie eine Koenigin. Allein haette ich den Platz vielleicht auch gar nicht gefunden, denn der Weg war nur auf Japanisch beschriftet und dei bebilderten Schilder ungenau. Wie sich herausstellte, war mein Sankt Martin mit dem Besitzer dieses Platzes befreundet und half mir noch alles Erforderliche zu klaeren, bevor er sich verabschiedete.
Ich durfte mein Zelt fuer unschlagbar guenstige 300 Yen pro Nacht auf einer, offensichtlich muehsam vom Bambus freigehaltenen saftigen Wiese aufschlagen. Ausser dem meinem stand noch ein weiteres, froschgruenes Zelt dort, dessen Eigentuemer ich allerdings nicht sehen konnte.



















Ich wollte eigentlich Natsumi anrufen, um zu klaeren, ob ich in einigen Tagen wieder zurueckkommen duerfe, aber der Apparat im "Office" (ein kleiner Vorraum in einer noch kleineren Huette) war defekt und auch ein Gang durch den Ort war erfolglos.
Als ich zu meinem Zelt zurueckkehrte, war mein Nachbar inzwischen auch anwesend und sass Kaffee trinkend und Zeitung lesend vor einem kleinen Unterstand, an dem es fliessend Wasser und einige Grillbecken gab.
Ich fragte ihn nach einem oeffentlichen Telefon (endlich konnte ich mal wieder "mein Japanisch" anwenden, da er kein Englisch sprach) und er hielt mir sofort sein Handy entgegen, mit der Begruendung, innerhalb Japans wuerden ihn Gespraeche eh nichts kosten. Das war doch mal nett. :)
So konnte ich mit Natsumi doch noch vereinbaren, dass ich in drei Tagen per Bahn, Bus und mit einem kurzen Aufenthalt bei Claus zurueckkommen wuerde. Dies stellte zum Glueck auch kein Problem dar...

Anschliessend unterhielt ich mich mit meinem hilfsbereiten Nachbarn, Miyazaki-san, der Rentner war und hier auf Rishiri fischte und Blumen pflueckte. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und am Abend dieses Tages, den ich doesend, lesend, strickend und nichtstuend verbrachte, lud er mich sogar in einen herrlichen Onsen, mit heissen Schlammbecken innen und aussen, und danach sogar noch zum Essen ein. Schon Mittags hatte er mich nach meinem Lieblingsessen gefragt, ob ich Meeresfruechte und Krabben moege... Und da hatte ich ihm dummerweise erzaehlt, dass eine der Sachen, die ich hier auf Hokkaido unbedingt mal probieren wollte, der Verzehr einer Krabbe sei, da diese Insel dafuer ganz besonders bekannt ist.
Nun, diesen Wunsch bekam ich nun erfuellt, denn ohne weitere Worte orderte er eine solche, die so gross wie ein Frisbee war. Wie mein Vater es fuer mich wohl gemacht haette, praeparierte er mir sorgsam das Fleisch. Bei manchen Teilen (vor allem beim Ausloeffeln der Schale, die er mir aufgedraengt hatte) musste ich mich allerdings ein bisschen zum Essen ueberwinden und ich liess jene aus, die den Eindruck machten, als waere die Krabbe vor ihrem Tod gerne nochmal aufs stille Oertchen gekrebst.
Danach folgten noch Fischbaellchen, gegrillter, selbstgefangener Fisch, Sashimi und Tempura.
Es kostete mich einige Muehe Miyazaki-san und die nette Gastwirtin davon zu ueberzeugen, dass ich wirklich, wirklich satt sei. Dennoch wurde es spaet, bis wir zu unseren Zelten zurueckkehrten. Die Sterne leuchteten hier mit ungekannter Intensitaet und ich fuehlte mich angenehm bettschwer.

Am naechsten Morgen erwachte ich nicht vor halb neun!

Der folgende Tag begann sehr gemuetlich mit Fruehstueck in Gesellschaft von Miyazaki-san und seinen Freunden, darunter ein Vogelbeobachter, der bestimmt schon an die 80 sein musste, in einem Campingwagen in der Naehe hauste und mit seinem weissen Bart und der Brille eher an einen Chinesen erinnerte. Bei dem anderen handelte es sich um einen etwas juengeren Mann, der auf Rishiri ebenfalls Urlaub machte und im Ort wohnte.

Gemaechlich bereitete ich mir mein Muesli zu, diesmal ganz gepflegt an einem Tisch, und unterhielt mich mit dem Aeltesten bei gruenem Tee ueber Voegel. Insbesondere ueber die frechen Kraehen, die es hier in grosser Zahl gibt. Man durfte gar nicht anfangen sie zu fuettern, denn dann riefen sie gleich ihre ganze Verwandschaft, bzw. Freunde herbei und man wurde sie nicht mehr los. Ganz zu schweigen davon, dass diese Tiere sehr furchteinfloessend sein koennen, da sie recht gross sind und dicke, scharfe Schnaebel haben. Eine besondere Kraehengattung hier macht nicht "krah, krah", wie wir es kennen, sonder einen Laut, der an das Japanische Wort fuer "guten Morgen" erinnerte. "Ohaio, ohaio" schallte es deshalb oft zu uns herueber. Was fuer hoefliche Voegel.

Gegen halb elf nahm mich Miyazaki mit auf den Berg. Nun, eigentlich nur ein Stueck weit hinauf, den die Spitze war noch stark zugeschneit und wir kamen nicht weit.
Zunaechst ging es noch auf einem schoenen geteerten Weg leicht bergan. Doch nach und nach verwandelte sich dieser immer mehr in einen Pfad, den hier und da der Bambus zurueckeroberte. So schlugen wir uns durchs Gebuesch und an manchen Stellen haette man eine Machete gut gebrauchen koennen.
Bald war auch der Pfad verschwunden und wir folgten nur noch einer schmalen Spur durchs Dickicht. Der Wald um uns herum war friedlich. Hin und wieder zeigte mir mein Bergfuehrer ein paar Blumen, Baeume oder Kraeuter, erklaerte mir wie sie hiessen und wozu sie gut waren. (Die meissten konnte man essen, bis auf die Baeume) Er schin ganz in seinem Element zu sein.


















Es ging nun steiler bergauf und immer wieder gab es Flecken, wo hartnaeckig der Schnee lag.
Nach einer Weile schien auch Miyazaki nicht mehr zu wissen, wo er langgehen solle und er lotste mich etwas ratlos unter Baumwurzeln hindurch, ueber tueckische Flusslaeufe, die von Schnee verdeckt wurden und kleine steile Haenge hinauf, bei denen wir uns an den jungen Baeumen, die dort wuchsen, hinaufhangeln mussten.
Irgendwann entdeckte Miyazaki-san endlich in der Ferne auf einem Huegel eine Huette, die, wie er meinte, ein Wegweiser zu einer Strasse sein muesse, welche uns wieder hinabfuehren koenne.
Um diese ominoese Huette zu erreichen, mussten wir allerdings wieder ein ganzes Stueck den hart erkaempften Aufstieg zurueck. Diesmal ueber ein weites Schneefeld, das sicher auch bequemer zum hinaufsteigen gewesen waere. Dann machte uns ein Fluss das Weiterkommen unmoeglich.

Doch scheinbar war mein Pflanzenfreund nicht dieser Meinung und hielt bereits Ausschau nach einer geeigneten Stelle zur Ueberquerung.
"Nicht schon wieder" dachte ich nur, aber Zeit zum Protestieren blieb mir gar nicht, denn Miyazaki war bereits ueber die Steine ans andere Ufer gesprungen und wartete dort auf mich.
Obwohl diese Steine klein, glitschig und wackelig waren, schaffte es sogar auch ich trocken auf die andere Seite.
Dort stand uns allerdings schon die naechste Huerde gegenueber. Ein Steilhang, der, zumindest in Sichtweite, den kompletten Fluss entlanglief und gut fuenf Meter hoch war. Ich hatte diese Schwierigkeit gerade erst realisiert, da war mein Begleiter auch schon zur Haelfte oben. Zum Glueck wuchsen auch hier viele junge Baeume oder es hingen Aeste von groesseren herab, so dass wir uns mit etwas Muehe hinaufziehen konnten. Fuer den letzten Teil reichte mir der erstaunlich gelenkige Rentner sogar noch seine Hand. (Allerdings geht man in Japan schon mit 60 Jahren in Rente)
Alleine waere ich niemals auf die Idee gekommen, so etwas zu versuchen!

Bald darauf stiessen wir auch schon auf die Strasse, um deren zweifelhafte Existenz ich die ganze Zeit gebangt hatte, und sie brachte uns in weniger als einer Stunde in den Ort zurueck.
Am Zeltplatz angekommen wurde ich erstmal mit einem Kaffee verwoehnt und wir unterhielten uns ueber meine weiteren Plaene. (Das klingt einfacher, als es war, denn er sprach nur Japanisch und wie vorzueglich meine Sprachkenntnisse sind, brauch ich niemandem vorzugaukeln) Jedoch bekam ich heraus, dass es wohl einen Bus von Wakkanai nach Sapporo gab, der weitaus billiger als die Bahn, dafuer ein bisschen langsamer war. Ein Busterminal, an dem ich eine Fahrkarte kaufen konnte, gab es wohl im Oertchen gleich um die Ecke. Allerdings riet mir Miyazaki-san mich zu beeilen, denn heute sei Sonntag und da wuerde das Terminal frueher schliessen. (Es war schon halb fuenf!) Die spinnen, die Japaner...
Aber in diesem Fall sollte mir ihre Arbeitswut recht sein.

Wir verabredeten, uns um sechs Uhr wieder am Campingplatz zu treffen, um nochmal gemeinsam in den Onsen zu gehen und machten uns anschliessend in verschiedenen Richtungen auf den Weg. Ich in den kleinen Ort, er fuer eine weitere Hikingtour ins Gebuesch.

Das Terminal zu finden und das Ticket zu kaufen war nicht weiter kompliziert, ich wurde beinahe in einer Saenfte dorthin getragen... Eine junge Japanerin, die ich gefragt hatte, geleitete mich, sich alle paar Schritte verbeugend, stetig laechelnd und mit der Hand die Richtung weisend dorthin.
Die Fahrkarte kostete knapp 6.000 Yen, was fuer Japanische Verhaeltnisse sehr guenstig ist.
Allerdings war mit diesem Luxus nun meine Reisekasse fuer Rishiri erschoepft. Mir blieben gerade noch die noetigen 3.190 Yen in bar, um wieder mit der Faehre ueberzusetzen.

Daher musste ich Miyazaki-san leider mitteilen, er muesse alleine in den Onsen gehen, da ich keine 500 Yen fuer den Eintritt mehr habe.
Er stand schon mit gepacktem Beutel vor meinem Zelt und winkte nur ungeduldig. Das sei schon in Ordnung (daijoube, daijoube) und lenkte seine Schritte bereits gen Strasse.
So wurde ich ein zweites Mal eingeladen und als ich sauber und erhitzt in den Ruheraum kam, wo er auf mich wartete, kaufte er mir auch noch ein Softeis mit Mango-Geschmack!

Und damit nicht genug...

Den Weg zurueck eilte er voraus, blieb dann vor einem typisch Japanischen Restaurant stehen und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn er dort hineinginge, da er Hunger habe. Natuerlich koenne er gerne gehen, sagte ich. Ich faende auch alleine zurueck, bedankte mich nochmal fuer den netten Abend und winkte ihm schon halb zum Abschied.
Da schuettelte er jedoch sehr energisch den Kopf und winkte auch mich hinein.
So bekam ich an diesem Abend auch noch ein weiteres Essen spendiert... (Diesmal eine grosse Platte Sushi)
Ich war ziemlich beschaemt und wusste gar nicht, wie ich ihm die ganze Freundlichkeit je zurueckgeben koenne...
Er schien jedoch gar nichts von mir zu erwarten und lachte nur, als ich mich immer wieder bedankte.

Auch dieser Abend wurde wieder spaet, da wir noch einen Abstecher in das nette kleine Lokal vom Vortag machten und seine Freundin, die Gastwirtin besuchten. So musste ich mir, als ich auf meine Luftmatratze fiel, zum ersten mal den Wecker stellen, um am naechsten Morgen ja nicht zu verschlafen. (Mein Busticket galt nur fuer einen bestimmten Bus und um diesen zu erwischen, musste ich die erste Faehre um 8:30 Uhr nehmen.) Ausserdem hatte ich einiges zu packen, denn leider neige ich dazu, mich sehr auszubreiten, sobald ich etwas laenger an einem Ort hauste und dann galt es auch noch, die 15 Kilometer zu Hafen zurueckzulegen...

Ich haette mir jedoch gar keine Gedanken machen muessen, denn ich wachte schon vor meinem Wecker, um vier Uhr auf, was sich spaeter als Glueck herausstellen sollte.
Die Tatsache, dass es regnete, liess mich nicht gerade freudig aus dem Zelt huepfen, aber nach einigen Anlaeufen schaffte ich es, meine Nase herauszustrecken um die wahre Situation abzuschaetzen. Es nieselte zwar etwas, jedoch konnte ich diesmal mein Fahrrad im Schutz des Unterstandes beladen.

Erst als ich fertig war, bermerkte ich, dass mein Eselchen mal wieder einen platten Hinterfuss hatte...

Ueber fehlende Routine im Reifenwechseln konnte ich mich bisher wirklich nicht beklagen. Innerhalb weniger Minuten war der Reifen ausgebaut und ich kontrollierte den Schlauch. Doch auch mithilfe eines Eimers voll Wasser, den mir Miyzaki-san fuersorglich bereitgestellt hatte, konnte ich kein Loch finden. Er schien komplett in Ordnung zu sein. Komisch.
Ich weiss zwar nicht, wozu er sie brauchte, denn weder im Angelsport, noch zum Blumen pressen benoetigt man meiner Kenntnis nach eine Luftpumpe, aber ich war natuerlich froh, dass er eine besass und gemeinsam machten wir mein Eselchen wieder flott.

Eigentlich hatte ich vor, so bald als moeglich aufzubrechen, da wieder starker Wind wehte (Merkwuerdigerweise immer aus der falschen Richtung) und ich die Faehre nicht verpassen wollte. Jedoch hatte Miyazaki-san, waehrend ich noch mit dem Wiederbeladen meines drahtigen Freundes beschaeftigt war, ein kleines Fruehstueck mit Eiern, Brot, selbstgemachter Marmelade und Kaffee gezaubert und schien nicht gewillt, mich nuechternen Magens gehen zu lassen. Viel Ueberredungskunst war hierzu auch nicht noetig, denn der Kaffee duftete wirklich zu gut...

Natuerlich erreichte ich das Schiff trotzdem noch rechtzeitig.

Als ich allerdings in Wakkanai mein Rad abholte, das netterweise fuer mich von Bord geschoben worden war, fand ich es mit plattem Hinterrad vor. Gluecklicherweise blieb mir noch etwas Zeit, bis mein Bus fahren wuerde. Das wuerde wohl reichen um wenigstens eine neue Luftpumpe kaufen zu koennen.
Leider gab es in der Naehe des Hafens kein Fahrradgeschaeft, nur einen Motorradladen, aber da dieser auch ein paar Fahrraeder anbot, betrat ich trozdem die grosse Werkstatt um mich nach dem Benoetigtem zu erkundigen. Luftpumpen hatten sie tatsaechlich. Allerdigs standen diese nicht zum Verkauf. Sie waeren ohnehin viel zu gross gewesen, da es sich um die Sorte handelte, die man normalerweise zum Aufblasen grosser haesslicher Schwimmtiere mit Glubschaugen in den scheusslichsten Farbkombinationen benutzte.
Doch immerhin durfte ich den Reifen (diesmal unter wahrhaft professionellen Umstaenden, mit richtigem Wasserbecken) in deren Werkstatt flicken und eine der Pumpen zum Fuellen des Reifens ausleihen.

Auf dem Rueckweg goennte ich mir noch einen Milchkaffee und eine Apfeltasche aus einem Conbini und setzte mich mit diesem verfruehten Mittagessen vor den Eingang des Faherenterminals um auf meinen Bus zu warten.

Die Busfahrt war seltsam.
Zumal wir die gleiche Strecke zurueckfuhren, die ich mit dem Rad bewaeltigt hatte. Mir war, als wuerde alles Revue passieren, als haette jemand aus Versehen die Taste zum Zurueckspulen einer Kassette gedrueckt. Es regnete, was einerseits den Gemuetlichkeitsfaktor in einem warmen, trockenen Bus zu sitzen erhoehte, andererseits die Orte nun alle sehr ungemuetlich aussehen liess, die ich waehrend meiner Tour teils im Sonnenschein erlebt hatte.
So wollte ich sie nicht in Erinnerung behalten, also nutzte ich die Zeit um mein Tagebuch zu schreiben...

In Sapporo angekommen, verbrachte ich zwei Tage bei Claus, waehrend dieser ich mit Erschrecken feststellte, dass der Ueberzugsrahmen meiner Kreditkarte mir 500 Euro sein Maximum erricht hatte und ich daher kein weiteres Geld abheben konnte, was auch die Problematik in Wakkanai erklaerte. Es gelang uns jedoch, mich wieder fluessig zu bekommen, bevor ich den Bus nach Kimobetsu nehmen musste.

Es ist allerdings ein ziemlich mieses Gefuehl, wenn einen alle Automaten als "invalid" bezeichnen. Fast so, als waehre man ohne Guthaben auf dem Konto kein Mensch mehr und eigentlich nicht berechtigt, sich in der Stadt zu bewegen. Fast wie ein Ausgestossener...

Mata ne
Kira

Mittwoch, 2. Juni 2010

Radtour nach Rishiri: 5. Tag 14.05.10

Derart erfrischt stand ich am naechsten Morgen wie schon eingespielt mit der Sonne um halb fuenf auf, packte meine Sachen rasch zusammen, schob das rad wieder auf die Strasse, fuhr ein Stueckchen und genehmigte mir dann mein Fruehstueck aus einer Banane und ein paar Nuessen. (Die Energieriegel kann man allesamt vergessen, denn sie sehen nicht nur wie Grillanzuender aus, sondern schmecken auch so.)
Auch heute aenderte sich das Wetter nicht. Der Sturm blies mir weiterhin aus Norden ins Gesicht und schien sich einen Spass daraus zu machen.
Meine Haut war dadurch schon so trocken, dass nichtmal die Creme half, die ich mir inzwischen gekauft hatte, meine Lippen aufgesprungen und um der Ironie gerecht zu werden, hatte ich mir an den ersten beiden schoenen Tagen auch noch einen Sonnenbrand geholt, weil der Wind die Luft hatte kuehler erschienen lassen, als sie war.

Auch wenn der Himmel nun wieder truebe war und nichts von der Klarheit des letzten Abends beibehalten hatte, schien die Wolkendecke nun doch sehr viel duenner und ab und zu blitzte sogar ein Streifen von blauer Faerbung durch das Weiss.
Mit neuer Hoffnung und Kraft schob ich also mein Rad weiterhin die Huegel hinauf und strampelte sie wieder hinunter, denn an freie Fahrt war keine Sekunde zu denken. Stand man am Fusse einer Steigung, blockierte diese ein wenig den Wind, so dass man denken konnte, er haette sich endlich etwas gelegt, aber kaum, dass man den Kamm erreicht hatte, blies er einem erneut heftig entgegen und man musste sich wieder gegen ihn stemmen.
Auf diese Weise brachte ich also die letzten 80 Kilometer nach Wakkanai auch noch hinter mich. gegen Mittag klaerte sich sogar der Himmel nach und nach ganz auf, die Sonne kam heraus und sofort wurde es viel waermer. Ich konnte sogar meine Handschuhe, Schal und Muetze wegpacken, die in den letzten drei Tagen staendige Begleiter gewesen waren.

Endlich versprach ein Schild, es seien nur noch 25 Kilometer bis zu meinem Ziel, da wurde meine Fahrt ploetzlich von einem weiteren Schild gestoppt, das besagte, ab hier seien keine Fahrraeder mehr erlaubt. (Was eigentlich ein Witz ist, da sie nirgends zuvor durch Schilder gestattet worden waren und damit sowieso jeder faehrt, wo es ihm passt)
Man darf sich die Japanische Autobahn (die unpassenderweise auch noch als Highway bezeichnet wird) auch nicht vorstellen wie eine Deutsche, da hier durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km pro Stunde alles viel gemaechlicher von Statten geht und sie zum Teil sogar ueber Fusswege sowie Ampeln verfuegen, durch kleinste Kaeffer fuehren, in denen die Geschwindigkeit auch gleich auf 40 km pro Stunde gedrosselt wird.

Sollte ich jetzt, durch dieses kleine Schild etwa gezwungen sein, den viel laengeren Umweg zu fahren?
Ratlos zog ich meine Strassenkarte aus der Tasche und studierte meine Moeglichkeiten. Viel gab es nicht und ich beschloss daher, einen der Bauarbeiter zu fragen, die gerade an dieser Stelle den Strassenbelag erneuerten. Einer hatte wohl meine Misere erahnt und kam schon auf mich zu.
Hilflos deutete ich erst auf das besagte Schild, dann mein Rad und teilte ihm mit, dass ich von Sapporo kaeme und nach Wakkanai wolle. Wo ich denn sonst langfahren solle?
Der Mann antwortete entwas, dass ich aus einem Japanischen Mund niemals erwartet haette> Ich solle doch tatsaechlich ein Verkehrsschild ignorieren! Naja, ganz so sagte er es natuerlich nicht, aber er meinte, solange ich aufpasste und ganz links am Strassenrand fuehre, nicht auf der Strasse selbst, waere das in Ordnung... Ich glaube, in diesem Moment glich meine Miene jemandem, dem man gerade verboten hatte etwas offensichtlich Giftiges und Unappetitliches zu essen. Als ware ich jemals auf den Gedanken gekommen, mitten auf der Strasse zu fahren! Ich bin doch nicht lebensmuede!

Natuerlich versprach ich jedoch brav, mich an seine Anweisungen zu halten und fuhr, gluecklich darueber einige Kilometer gespart zu haben, weiter. Dennoch zogen sich die letzten 25 nochmal ueber eine unerwartet lange Zeit, da es viele Heugel gab und mich der Wind nach wie vor nicht mochte. Ich ihn auch nicht.























Irgendwann nachmittags jedoch erreichte ich endlich die Stadt. Kurz ueberlegte ich noch, ob ich die Nacht nich erst ausserhalb verbringen solle und erst am naechsten Morgen hineinfahren solle, entschied mich aber dagegen, als ich keinen allzu guten Platz auf Anhieb finden konnte und ich schlicht und einfach zu neugierig war.
Ausserdem stand in meinem Rough Guide keine Uhrzeit der ersten Faehre nach Rishiri, nur dass sie sehr frueh fuehre. Ausserdem konnte ich so ohne Stress noch etwas die Stadt erkunden, bzw. etwas Geld abheben, da es laut meines Buches auf der Insel fuer Auslaender keine Moeglichkeiten dafuer gab.
So erkundigte ich mich zuerst nach einer Bank. Aber ich hatte etwas Pech. Entweder nahmen sie meine Karte nicht, oder waren geschlossen...
Vor einer kleinen Baeckerei machte ich Halt und fragte eine nette Verkaeuferin, die zu meinem Glueck auch noch etwas Englisch sprach, nach anderen Optionen. Bei der Post koenne ich es versuchen. Wir unterhielten uns noch ein wenig und sie erzaehlte mir, sie sei vor ein paar Jahren einmal in Sueddeutschland gewesen. Was fuer ein Zufall!
Wie sich herausstellte, war sie die Tochter des Eigentuemers der Baeckerei, der mir, nachdem ich mich verabschiedet und bedankt hatte, noch ein ganzes Baguette schenkte.

Bei der Post angekommen versuchte ich mein Glueck erneut. Es sah zunaechst auch alles gut aus. Ich konnte sogar den Betrag angeben, den ich ausbezahlt haben wollte. Dann jedoch spuckte der Automat meine Karte einfach wieder aus und statt des Geldes erhielt ich nur einen Zettel, auf dem stand, dass die Auszahlung nicht moeglich sei.
Das durfte doch nicht wahr sein... Wie sollte ich nun an Geld kommen? Ich wollte schon einen der Schalterbeamten fragen, da kam ploetzlich die kleine Verkaeuferin auf mich zu. Sie wollte sich nur erkundigen, ob alles geklappt habe, weil sie sich Sorgen um mich gemacht haette. Und nur deshalb war sie mir extra gefolgt? Ich war geruehrt!
Leider konnte ich ihr nichts Positives berichten, so erzaehlte ich ihr von meinem Fehlschlag und versuchte dabei optimistisch zu klingen, obwohl mir in diesem Moment wirklich nicht so zumute war. Zusammen mit einem der Schalterbeamten versuchten wir es dann nochmal erneut, aber wieder nichts... Ich solle bei meiner Bank anrufen, meinte er anschliessend zu mir.
Ich ueberlegte angestrengt, woran es liegen koennte, dass ich "invalid" war, wie mich (bzw. meine Karte) der Automat netterweise bezeichnete. Mein Vater hatte erst ein paar Tage zuvor nochmal genuegend Geld von meinen Ersparnissen auf das Onlinekonto ueberwiesen, das war also auszuschliessen. Vielleicht war ich einfach zu gierig gewesen, als ich 10.000 Yen angegeben hatte? Ich versuchte mein Glueck erneut mit dem bescheideneren Betrag von 5.000 Yen, und siehe da, auf einmal oeffnete er mir die Pforten zu neuem Reichtum ohne Zoegern. Moeglicherweise lag es ja an meiner geringen Kreditwuerdigkeit, dass ich nicht so viel abheben konnte, wie ich wollte. Naja, mir sollte es erstmal egal sein, denn nun stand meinem kleinen Urlaub auf Rishiri nichts mehr im Wege.

Zunaechst bedankte ich mich aber nochmal ueberschwaenglich bei allen und die Brotverkaeuferin gab mir sogar noch ihre Telefonnummer. Ich solle sie anrufen, wenn ich Probleme haette. Was soll man zu so viel Freundlichkeit noch sagen?

Nach dieser netten Begegnung fuhr ich weiter in Richtung haven. Ich fand die Faehre auch sofort, aber das Terminal, wo man die Tickets kaufen konnte, hatte schon geschlossen und Abfahrtszeiten standen leider auch nirgendwo. Was solls, dann wuerde ich morgen frueh eben schon zeitig vor Ort sein. Mit Warten hatte ich noch nie Schwierigkeiten.
Es wurde naemlich wirklich langsam Zeit, einen Schlafplatz zu suchen. Zu diesem Zweck versuchte ich, aus der Stadt herauszufahren, um mein Zelt irgendwo ausserhalb aufzuschlagen. Aber die Stadt hoerte und hoerte einfach nicht auf. Ich hatte auch nur die Option, die Kueste entlangzufahren, denn zu meiner Rechten erhob sich eine Bergkette, die viel zu steil war, um sie mit dem Rad passieren zu koennen (selbst ohne Rad haette ich es wohl nicht versucht).
Ratlos setzte ich mich erstmal ans Ufer, um zumindest den wunderschoenen Sonnenuntergang zu geniessen. Und dabei ueberkam mich auf einmal schreckliches Heimweh!
Es ueberrollte mich so ploetzlich und unerwartet, dass ich nur mit Muehe die Traenen unterdruecken konnte. Wie gern waere ich jetzt daheim gewesen und haette irgendwas Lustiges mit meiner Schwester im Fernsehen angeguckt oder mit meiner Mutter gesprochen, oder mit Freunden ausgegangen...
Ich vermisste sie alle so heftig, dass es schon weh tat.

Doch immerhin, eines dieser Dinge konnte ich mir, soweit eben moeglich, erfuellen. Und so zog ich ohne nochmal zu ueberlegen mein Handy aus der Tasche (das mich in den letzten Tagen mit fast staendigem Empfang ueberrascht hatte) und waehlte die Nummer von daheim. In Deutschland musste es jetzt gerade Mittag sein... vielleicht hatte ich Glueck und jemand war da.

Es klingelte keine zwei Mal, da hoerte ich die Stimme des Menschen, an den ich in der letzten Zeit am haeufigsten hatte denken muessen.
"Hi Kiri" floetete meine kleine Schwester froehlich und der Klang ihrer Stimme trieb mir nun doch die Traenen in die Augen und ich fuehlte ploetzlich schmerzhaft einen dicken Kloss in meinem Hals. Wie sehr ich sie vermisste!
Nachdem wir uns ein wenig unterhalten hatten (sie backte gerade Kuchen), ging es mir schon etwas besser. Doch nach diesem Telefonat beschloss ich, nach Otaki zurueckzufahren, sobald ich Rishiri gesehen hatte. Es war, durch den verzoegerten Winter und das momentan noch unbestaendige Wetter sowieso noch nirgends etwas los. Ich war viel zu frueh dran... Also schluckte ich meine ehrgeizigen Plaene, ganz Hokkaido umrunden zu wollen hinunter.
Was sollte es mir denn bringen, wenn es durch den staendigen Wind keinen Spass machte? Und beweisen wollte ich auch niemandem etwas. Alles war viel mehr eine Plackerei als Freude.
Immerhin war ich nach Japan zu kommen, um zu lernen und nur durch stumpfsinniges Fahren, das momentan nur darin bestand, Kilometer zu fressen, lernte ich weder Sprache noch sonst etwas. Bei meiner Gastfamilie hatte ich schon so viel aufschnappen koennen und nun begann die Zeit der Feldvorbereitung und des Aussaehens. Das war doch viel interessanter!

Nachdem ich diesen Entschluss gefasst hatte, war mir schon wieder viel froher zumute. Die Reise hatte mich wohl einfach mehr geschlaucht, als ich mir selber hatte eingestehen wollen und nun, da ich am ersten Ziel war, und das naechste noch nicht wirklich abgesteckt hatte, kam wohl die Erschoepfung.

Die Sonne war inzwischen vollstaendig untergegangen und die Welt erstrahlte nur noch in ihrem rasch sterbenden Licht. Also stand ich von der kalten Kaimauer auf, packte meine Sachen zusammen und fuhr wieder Richtung Stadtkern zurueck, da ich meiner Schwester versprochen hatte, in einem Hotel zu naechtigen, sollte ich keinen passenden Ort fuer mein Zelt finden.
Nach nur einigen Minuten fand ich jedoch eine idyllische Parkanlage, die ich zuvor nicht bemerkt hatte. Man konnte dort Minigolf spielen und es gab einen Kinderspielplatz, aber das Wichtigste und Vollkommenste war, dass der Untergrund aus weichem, gruenen Rasen bestand, wie ich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Kein Bambus weit und breit! Mein Himmel auf Erden...
Also bog ich sofort in einen der kleinen Pfade ein und auf einmal erblickte ich auf einem der Huegelchen, die diese Anlage zierten, eine Gruppe aus acht oder neun Rehen, die dort im Abendschein friedlich grasten.
Das bestaerkte mich in meiner Entscheidung. Wenn diese Tiere es hier sicher fanden, dann war das auch fuer mich richtig.
Ich hatte auch schon einen huebschen Platz fuer mein Zelt erspaeht, auf dem ich von drei Seiten Sichtschutz genoss und die andere Seite der Parkmitte zugewandt war.





















Nun wartete ich nur noch auf die Dunkelheit, damit ich es mir gemuetlich machen konnte. Ich hatte bereits meine Taschen vom Fahrrad genommen und mein Zelt entrollt, da gingen auf einem ueberall Strassenlaternen an, die ich zuvor gar nicht registriert hatte. Von Dunkelheit und Schutz konnte nun keine Rede mehr sein. So packte ich alles wieder enttaeuscht zusammen und machte mich auf die Suche nach einer Stelle, an der keine Laterne stand.
Diese waren jedoch leider sehr ueberlegt angebracht und beleuchteten jeden Zentimeter des Parks mit mattem Licht. Verdammt.
Ich kehrte an den Kinderspielplatz zurueck und stellte fest, dass eins der Gerueste eine breite Holzverkleidung besass, die sich einem Dach gleich, schraeg an die Stangen lehnte. Sie war mit einigen Seilen versehen, so dass die Kinder an ihr heraufklettern konnten, doch fuer mich bedeutete sie genug Platz fuer mich und mein Rad und sogar Schutz vor Regen. Ausserdem war es darunter so dunkel, dass man mich garantiert nicht bemerken wuerde.
Leider reichte der Platz nicht aus, um mein Zelt aufzubauen und so entrollte ich nur dessen Unterboden auf dem schmutzigen Grund, wickelte mich in meinen Schlafsack und versuchte mich zu entspannen.

Jedoch kroch nach ein paar Minuten die Bodenkaelte selbst durch meinen dicken Schlafsack (meine gute Luftmatrazte wollte ich hier auf diesem dreckigen Boden nicht benutzen) und ich fuehlte mich an die Naechte in den Alpen erinnert, die ich letztes Jahr im Januar hinter mich gebracht hatte. Damals hatte mich ein Kollege zu einem Survivaltraining ueberredet und vergessen mich in Sachen Ausruestung besser aufzuklaeren. Oder wahrscheinlich vorausgesetzt, dass ich besser Bescheid wusste. So hatte ich nur eine Turnmatte als Unterlage und einen viel zu duennen Schlafsack dabei. Auch damals zelteten wir. Mitten auf dem Gletscher in einigen Schneeloechern, die wir zu diesem Zweck ausgehoben hatten. Und auch damals frohr ich so erbaermlich wie jetzt, weil die Kaelte des Gletschers durch Matte, Schlafsack und selbst meinen dicken Anorak kroch.
Diesmal haette ich sie vielleicht mit einer dicken Jacke abwehren koennen, da hier keine 25 Grad minus herrschten.
Aber der Anorak lag zuhause in Deutschland und hier verfuegte ich nur ueber meinen Kapuzenpulli, zwei duenne Sportjacken und meine Windjacke. Ich zog dennoch alles uebereinander, massierte meine kalten Beine, bis sie wieder warm wurden, legte den Regenschutz meines Fahrrades noch zusaetzlich unter und klemmte meine Hand zwischen Schulter und Boden.
Auf diese Weise doeste ich immer mal wieder ein, wachte auf, massierte mich wieder warm, schrieb meiner Familie Mails von meinem Handy und doeste danach wieder ein.
Ich empfand es als kleine Ewigkeit, aber endlich wurde alles um mich herum merkbar heller. Da wusste ich, dass die Sonne nicht mehr allzu lange brauchen wuerde, denn hier geht sie schon vor vier Uhr auf.
Also machte ich mich steif aber froh ueber Bewegung auf den Weg zum Hafen. Es war etwa halb vier und die ganze Stadt schlief noch. An einem Getraenkeautomaten, die hier in Japan zum Glueck ueberall stehen, zog ich mir einen heissen Kakao, der erst meine Finger und dann meinen Magen waermte.
Das Faehrenterminal hatte natuerlich noch geschlossen, als ich dort ankam. So fruehstueckte ich erstmal. Ich besass ja noch das Baguette und etwas Milch fuer mein Muesli, das ich mir gestern geleistet hatte. Nach diesem, fuer meine Verhaeltnisse fuerstlichen Mahl lief ich auf und ab um mich zu waermen. Die Sonne hatte es noch nicht ueber die Gebaeude geschafft...

... to be continued...

P.S. Entschuldigt den verspaeteten und etwas langen Post, aber ich musste ihn in mehreren Abschnitten schreiben, weil ich gerne auch noch meine Emails lesen und beantworten wollte und nur begrenzt ins Internet darf...